Die Ernährung umstellen III

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Menschen ändern ihr Ernährungsverhalten aus unterschiedlichen Gründen. Die Forscherinnen Chapman und Odgen erhoben, wie die von ihnen beschriebenen Mechanismen (Die Ernährung umstellen I, Die Ernährung umstellen II) über den Zeitraum von einem Jahr, fünf Jahren bzw. die Lebensspanne das Ernährungsverhalten beeinflussen. Sie befragten dazu 404 Teilnehmer in einem Arzt-Wartezimmer. Die von Chapman und Ogden beschriebenen aktiven und passiven Wege ließen sich den Aussagen der Teilnehmer mit durchschnittlich etwa gleicher Häufigkeit zuordnen. Bei einzelnen Personen überwog oft der eine oder andere Weg.

Gewichtsverluste im vergangenen Jahr schrieben die Befragten überwiegend einer bewussten selbst-initiierten Anstrengung zu. Diese Haltung steigerte ihre Bereitschaft zu einer Ernährungsumstellung. Eine Gewichtszunahme hingegen führten sie v. a. auf äußere Umstände zurück.

Insgesamt veränderten die Teilnehmer ihre Ernährungsgewohnheiten eher in geringem Ausmaß über ihre gesamte Lebensspanne. Jedoch nur vier Teilnehmer gaben an, überhaupt nichts verändert zu haben. Dabei scheint die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten bei beiden Geschlechtern unabhängig von ihrem sozioökonomischen oder ethnischen Hintergrund vorzukommen. Teilnehmer über 56 Jahren, mit geringem Einkommen und oder einem niedrigen Bildungsstand zeigten dabei das geringste Bestreben, ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen.

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Insbesondere eine „gleitende Veränderung“ und am zweithäufigsten das „Anhäufen von Hinweisen“ können laut Chapman und Ogden Veränderungen des Essverhaltens auslösen. Eine „gleitende Veränderung“ wird von den Forschern dem passiven Weg zugeordnet. Dieser Weg birgt die Möglichkeit einer vergleichsweise mühelosen Veränderung. Da diese unvorbereitet, absichtslos und ohne Kraftaufwendung passiert, kann sie wahrscheinlich leicht beibehalten werden.

Das „Anhäufen von Hinweisen“ ergibt sich auch im Rahmen einer Ernährungsberatung. Um die Ernährung dauerhaft erfolgreich umzustellen, sind laut Chapman Interventionstechniken wie z. B. der regelmäßige Kontakt mit Gesundheitsexperten besonders wichtig. Die Ergebnisse weisen auch darauf hin, dass sich die Teilnehmer der aktuellen Ernährungsrichtlinien bewusst sind und versuchen, diese in ihre Ernährung miteinzubeziehen, unabhängig von ihrer Bildung oder ihrem Einkommen. Ohne eine intensive Nachbetreuung werden die Teilnehmer jedoch nach einer gewissen Zeit wieder rückfällig. Chapman hat dazu verschiedene Studien verglichen und kam zu dem Ergebnis, dass die in der Intervention vermittelten Inhalte ca. zwölf Monate lang umgesetzt wurden, bevor sich im Laufe von ungefähr sechs Jahren wieder das Anfangsverhalten einstellte.

Eine mögliche Schwäche der Studie von Chapman und Ogden ist, dass sie auf Selbstauskünften beruht. Verfälschungen können sich hierbei durch Erinnerungslücken und dem Bestreben, in Erwartung sozialer Anerkennung „richtig“ zu antworten, ergeben. Durch die große Stichprobe beinhaltet die Studie eine große Vielfalt ethnischer und sozioökonomischer Hintergründe.

Quelle:
Chapman K, Ogden J: The prevalence of mechanisms of dietary change in a community sample. APPETITE (2010), doi: 10.1016/j.appet.2010.08.006

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