Menschen mit dem Wunsch zur Gewichtsabnahme sollten verstärkt über realistische Ziele informiert werden. Denn zu hohe Erwartungen können Frustrationen hervorrufen und dazu führen, dass die Teilnahme an Gewichtsreduktionsprogrammen schnell aufgegeben wird.

Steffi Dierks und Prof. Dr. Martin Schellhorn vom Institut für Ernährungswirtschaft und Verbrauchslehre an der Kieler Christian-Albrechts-Universität befragten in ihrer Studie Teilnehmer eines Online-Gewichtsprogramms zu ihrem Abnehmziel. Welchen Gewichtsverlust wollten sie erreichen und aus welchem Grund?
Üblicherweise wird ein Gewichtsverlust in Höhe von fünf bis zehn Prozent des Ausgangsgewichts als realistisch angesehen. Die Erwartungen der 472 Teilnehmer lagen dagegen deutlich höher: Im Mittel wollten sie eine Gewichtsabnahme von 16 Prozent erreichen. Mehr als neun von zehn Teilnehmern (93 Prozent) starteten mit übersteigerten Erwartungen. Hier könnte eine Erklärung für die hohe Abbruchquote von Online-Gewichtsprogrammen liegen. Im Vorfeld wurde von einer Abbruchrate von bis zu 80 Prozent berichtet. Demnach erreicht nur jeder fünfte Teilnehmer sein angestrebtes Ziel.
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Dierks und Schellhorn stellten fest, dass vor allem Frauen und jüngere Probanden mit Abnehmwunsch ihre Möglichkeiten überschätzen. Außerdem fiel ihnen auf, dass Menschen mit unrealistisch hohen Erwartungen vor allem abnehmen wollten, um ihr Aussehen zu verändern / zu verbessern, während bei Abnehmwilligen mit realistischen Erwartungen gesundheitliche Motive dominierten.
Um Frustrationen infolge von überzogenen Abnahmeerwartungen zu vermeiden, empfehlen die Kieler Wissenschaftler deshalb, Menschen mit Gewichtsabnahmewunsch bereits im Vorfeld über realistische Ziele aufzuklären.
Quelle:
U. Scherper (2014): Abnehmen online: Enttäuschung vorprogrammiert? aid Infodienst, Online-Artikel vom 19.02.2014.




