Essstörungen – über 50-Jährige als Betroffene verkannt

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Stereotype könnten Erkennen verhindern

Essstörungen beschränken sich keineswegs auf junge Frauen. Darauf deutet eine amerikanische Gender- und Körperbild-Studie hin, die von einem Team um Cynthia Bulik, Leiterin des Essstörungs-Programms der Universität von North Carolina, unternommen wurde. An der Studie nahmen über 1800 US-amerikanische Frauen teil, von denen die meisten Anfang 50 waren.

Unter den Frauen befanden sich 27 Prozent, die als adipös eingestuft wurden, 29 Prozent, die übergewichtig waren und 42 Prozent, deren Gewicht im Normalbereich lag. Die verbleibenden zwei Prozent wurden als untergewichtig kategorisiert.

Auswärts essen

Ungefähr acht Prozent der Frauen gaben an, in den letzten fünf Jahren absichtlich ein Erbrechen herbeigeführt zu haben. Dreieinhalb Prozent berichteten von Binge Eating im vergangenen Monat. Über ein Drittel der Frauen gaben an, zumindest die Hälfte der letzten fünf Jahre mit Diäten zugebracht zu haben und 41 Prozent berichteten, ihr Körpergewicht bzw. ihre -gestalt täglich geprüft zu haben. Mindestens zweimal pro Woche unterzogen sich 40 Prozent der Teilnehmerinnen einer Gewichtskontrolle. Und über 60 Prozent teilten mit, durch ihr Gewicht oder ihre Gestalt nachteilige Auswirkungen auf ihr Leben zu erfahren, in ihrer Selbstwahrnehmung beeinflusst zu werden oder sich täglich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

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„Unsere ’70 ist das neue 50′-Gesellschaft könnte Frauen bezüglich ihres Aussehens unter zusätzlichen Druck setzen, wodurch sich ein gestörtes Essverhalten noch bis ins höhere Lebensalter fortsetzt“, vermutet Bulik. Gesellschaftlich „zurechtgelegte“ Ideale führten auch in diesem Alter zu Unzufriedenheit. Gesundheitliche Einbußen würden bei dem Bestreben, abzunehmen, in Kauf genommen. So griffen einige der Frauen, die bei der Studie mitmachten, zu Diät-Pillen (siebeneinhalb Prozent), Diuretika (zweieinhalb Prozent), Abführmitteln (zwei Prozent) oder brachten sich zum Erbrechen (ein Prozent), um Gewicht zu verlieren.

BMI-Rechner

Dabei hätten Essstörungen gerade mit zunehmenden Alter fatale Folgen, meint Bulik, da die Belastbarkeit des Körpers mit den Jahren sinke. Essstörungen älterer Frauen könnten deshalb zu noch schwerwiegenderen medizinischen Komplikationen führen, als es bei jüngeren Frauen der Fall sei. „Es handelt sich dabei nicht um vorübergehende Phasen, es sind ernste und möglicherweise lebensbedrohliche Störungen, die nach einer Behandlung verlangen“, sagt Bulik. Wie Frauen dieser Altersklasse angemessen geholfen werden könne, müsse erst noch erarbeitet werden, so Bulik.

Anzeichen für eine Essstörung können unter anderem sein:

  • eine überstürzte Gewichtsabnahme oder ein niedriges Gewicht,
  • Rückzug von der Familie, dem Partner und den Freunden,
  • Hinweise auf Binge Eating oder Abführen,
  • ein äußerst niedriges Selbstbewusstsein und eine sehr geringe Körperwertschätzung,
  • der Verzicht aufs Essen bei gemeinsamen Mahlzeiten oder auch
  • das Vermeiden von Ereignissen, die mit der Einnahme von Essen verbunden sind.

Mehr zum Thema Essstörungen erfahren Sie hier.

Quelle
MedlinePlus: Eating Disorders Hitting Women Over 50, Study Finds

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