Foodsharing: Teilen statt wegwerfen

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Was tun mit Lebensmitteln, die zu viel gekauft wurden oder die vor dem Urlaub nicht mehr verzehrt werden können? Teilen oder verschenken, heißt die Devise. Das Internet macht’s möglich.

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Sie sind Vorreiter im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung: Valentin Thurn, Regisseur des Dokumentarfilms „Taste the waste“, und Stefan Kreutzberger, Autor des Buches „Die Essensvernichter“. Gemeinsam mit anderen gründeten die beiden nun den Verein Foodsharing e.V. und entwickelten eine Internetplattform, in der Privatpersonen, Händler oder Lebensmittelproduzenten überschüssige Lebensmittel kostenlos anbieten können, anstatt sie wegzuwerfen.

Lebensmittel, die zu viel eingekauft wurden, eine (zu) reiche Ernte im eigenen Garten, Obst und Gemüse von Landwirten, die nicht der Norm entsprechen, übrig gebliebenes Finger Food vom Partyservice – dies sind nur einige Gelegenheiten, bei denen Lebensmittel übrig bleiben und nur allzu häufig weggeworfen werden. Unter www.foodsharing.de können solche Lebensmittel nun virtuell in einen Korb gepackt und verschenkt werden. Interessenten können die Ware direkt vor Ort abholen oder die Übergabe erfolgt an einem Treffpunkt in der Nähe, einem sogenannten „Hotspot“.

Verschenkt werden dürfen alle Lebensmittel und auch selbst Zubereitetes, unter einer Bedingung: Es muss wirklich noch essbar sein. „Gehacktes und Speisen mit rohen Eiern sind zum Beispiel nicht erlaubt, weil sie zu schnell verderben“, so Foodsharing-Projektmanager Jean Wichert. Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, dürfen zwar angeboten werden, sollten aber von beiden Parteien, dem Anbieter und dem Abholenden, auf Verzehrsfähigkeit geprüft werden. Empfindlichere Produkte mit einem Verbrauchsdatum dürfen nach dem Stichtag nicht mehr angeboten werden.

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Äpfel

Das Prinzip des Foodsharings findet Anklang in der Öffentlichkeit. Hierzu Juliane Becker, Verbraucherministerin von Nordrhein-Westfalen: „Im Schnitt wirft jeder Deutsche rund 80 Kilo Lebensmittel pro Jahr weg. Rund 60 Prozent der Lebensmittelabfälle fallen in privaten Haushalten an. Wir freuen uns, dass Foodsharing diesem Trend entgegensteuert.“ Das Land bezuschusst das Projekt zu Beginn und wird es mit einer Studie begleiten.

Im Unterschied zu den Lebensmitteltafeln, bei denen nur sozial Bedürftige Lebensmittel erhalten, können sich bei Foodsharing alle Menschen beschenken lassen. „Foodsharing ist für jeden und soll weg von dieser Stigmatisierung – die Reichen geben den Armen ihre Reste“, erklärt Valentin Thurn, Mitinitiator des Projekts. Bei Foodsharing darf auch zubereitetes Essen weitergegeben werden, das die Tafeln nicht annehmen dürfen. Insoweit sei das Projekt eine sinnvolle Ergänzung zu den Tafeln, so Karin Fürhaupter von der Kölner Tafel.

Zurzeit sind sechs Städte auf der Internetseite aktiv: Berlin, Köln, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Osnabrück, Kaiserslautern und Chemnitz (Sachsen). Es können aber auch Lebensmittel aus anderen Städten angeboten werden. Nach der Internetplattform soll in Kürze eine Handy-App folgen. Und wer die Lebensmittel lieber vor Ort gemeinsam mit anderen verbrauchen möchte, kann sich über das Portal mit Gleichgesinnten zum gemeinsamen Kochen verabreden.

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