In einem aktuellen Produkttest der Stiftung Warentest schnitten die meisten untersuchten Streichfette gut ab. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das Kleingedruckte.

Der Siegeszug der Streichfette begann 2006, als die schwedisch-dänische Molkereigenossenschaft Arla das erste Mischstreichfett (so lautet die korrekte Bezeichnung) aus Butter und Rapsöl auf den Markt brachte. Im Vergleich zu Butter haben Streichfette einen unschlagbaren Vorteil: Sie können direkt aus dem Kühlschrank geholt und auf das Brot gestrichen werden. Dies liegt daran, dass Streichfette neben Butter Rapsöl enthalten. Die darin vorkommenden mehrfach ungesättigten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren werden auch bei Kühlschranktemperaturen nicht hart und sollen obendrein die Herzgesundheit fördern.
Im aktuellen Warentest standen 23 Streichfette auf dem Prüfstand, darunter Markenprodukte sowie Eigenmarken von Supermärkten und Discountern. Die Preisspanne lag zwischen 0,40 Euro und 1,33 Euro pro 100 Gramm Streichfett. Alle Streichfette wurden auf ihre Streichfähigkeit geprüft, verkostet, auf Schadstoffe und Keime getestet und ernährungsphysiologisch bewertet. Im Testurteil wurde außerdem die Verpackung, Kennzeichnung und Aufmachung berücksichtigt.
14 der 23 Produkte erhielten das Qualitätsurteil „gut“. Beim Testsieger von Weihenstephan lobten die Prüfer die „aromatische Sahnenote, einen frischen, leicht milchsäuerlichen Geruch und Geschmack“. Auch das Produkt des Pioniers Arla war ganz vorne mit dabei. Fünf Streichfette wurden dagegen mit „befriedigend“ bewertet und vier lediglich mit „ausreichend“. Zu Abwertungen führten geschmackliche Mängel, der Schadstoffgehalt sowie die Deklaration der Produkte.
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Beworben wird bei Streichfetten meist ein hoher Butter- und Rapsölanteil. In fünf der untersuchten Produkte war jedoch zusätzlich Palmfett zugesetzt, in zwei Streichfetten steckte Kokosfett. Beide sind aufgrund ihres hohen Gehalts an gesättigten Fettsäuren gesundheitlich ungünstig und zudem ökologisch umstritten. Die Streichfette von Rama und Botteram enthielten mit einem Palmfettanteil von knapp 40 Prozent sogar mehr Palmfett als Rapsöl und Milchfett zusammen. Zusätzlich wurden in beiden Produkten 3-MCPD-Ester nachgewiesen, die in sehr hohen Dosen krebserregend sein können. Die derzeit diskutierten Höchstmengen wurden in beiden Produkten jedoch nur zu 80 Prozent ausgeschöpft, weshalb keines der Streichfette als gesundheitlich bedenklich eingestuft wurde. Darüber hinaus wurden in keinem der untersuchten Produkte bedenklich hohe Gehalte an Schadstoffen oder Weichmachern gefunden.
Im Gegensatz zu Streichfetten darf Butter nur Speisesalz und färbendes Beta-Karotin zugesetzt werden. Bei Streichfetten hilft ein Blick auf das Zutatenverzeichnis, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein qualitativ hochwertiges Produkt zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Butter und Rapsöl aus, Palm- und Kokosfette sollten möglichst nicht enthalten sein.
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- Stiftung Warentest (2019): 14 von 23 Streichfetten im Test sind gut. Artikel vom 23.10.2019




