Hand in Hand: Gesundheitsorganisationen fordern international verbindliche Adipositas-Konvention

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Zeitgleich zur Internationalen Konferenz für Nahrung und Ernährung richteten 320 weltweit ansässige Gesundheitsorganisationen einen offenen Brief an die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Margaret Chan. Ihre Forderung: Das Verfassen einer international geltenden Vereinbarung zum Schutz und zur Förderung einer gesunden Ernährung.

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© anthonylibrarian (Foto bearbeitet)

In unserem gemeinsamen Brief drücken wir unsere Sorge darüber aus, dass sich die Zahl der Menschen mit Adipositas (…) seit 1980 weltweit verdoppelt hat, und dass ungesunde Nahrungsmittel und Ernährungsweisen sich zum größten Risikofaktor für die immer stärker um sich greifenden ‚nichtübertragbaren‘ Krankheiten entwickelt haben, insbesondere Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs“, erläutert Prof. Dr. Martin Wabitsch, in seiner Funktion als Präsident der mitunterzeichnenden Deutschen Adipositas Gesellschaft. Kein Land der Welt habe es bisher geschafft, der Adipositaswelle zu entkommen oder ihr etwas entgegenzusetzen, so Wabitsch weiter.

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Mit seiner Ansicht, dass die Auswirkungen von Adipositas weltweit immer noch „massiv unterschätzt“ werden, steht Wabitsch nicht alleine da. Da freiwillige Maßnahmen zur Eindämmung der Adipositasepidemie kaum erfolgreich waren, fordert die Deutsche Adipositas Gesellschaft gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft und zahlreichen weiteren Gesundheitsorganisationen weltweit die Verabschiedung einer „Global Convention to Protect and Promote Healthy Diets“ – einer weltweit verbindlich geltenden „globalen Vereinbarung zum Schutz und zur Förderung einer gesunden Ernährung“. Ein ähnliches Rahmenwerk besteht bereits zur Kontrolle von Tabakwaren.

Die Nationen sollten gesetzgeberisch tätig werden, um Unter-, Über- und Fehlernährung besser vermeiden zu können und damit die Gesundheit ihrer Bürger besser zu schützen, appellierten die Vertreter der verschiedenen Gesundheitsorganisationen in einem Brief an die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Dr. Margaret Chan. In dem offenen Brief, der auch in der renommierten Zeitschrift Lancet publiziert wird, wird diese Forderung weiter konkretisiert. Die Unterzeichner empfehlen für eine wirkungsvolle und nachhaltige Bekämpfung von Adipositas

  • Lebensmittelmarketing für Kinder einzuschränken,
  • Gesundheitsbehauptungen auf verpackten Lebensmitteln (sog. Health Claims) strenger zu regeln,
  • die Rezepturen von verarbeiteten Lebensmitteln zu verbessern (z. B. Festlegung einer Höchstmenge für gesättigte Fette und zugesetzte Zucker, Verminderung des Salzgehalts, Entfernung von Transfettsäuren aus Lebensmitteln),
  • die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln leichter verständlich zu gestalten und auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen zu platzieren,
  • den Kaloriengehalt von Speisen, die im Restaurant verzehrt werden, zu deklarieren,
  • ungesunde Lebensmittel zusätzlich zu besteuern und finanzielle Anreize für gesunde Lebensmittel zu etablieren,
  • in der Handelspolitik und bei Investitionsentscheidungen gesundheitliche Folgen mitzuberücksichtigen.

Darüber hinaus weisen die Gesundheitsorganisationen auf ihren Entwurf für eine globale Vereinbarung zum Schutz und zur Förderung einer gesunden Ernährung hin, den sie auf der Internetseite der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zur Diskussion gestellt haben.

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