In China immer mehr Kinder mit Diabetes

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China sieht beträchtlichen Gesundheitskosten entgegen

In China haben inzwischen mehr Kinder einen Diabetes mellitus als in den USA: Viermal mehr chinesische Kinder als amerikanische treffe es, sagen Forscher der Universität von North Carolina. Eine beträchtliche Zahl, angesichts noch gar nicht so lange zurückliegender Hungersnöte in diesem Land.

Chinesen
Mit 92 Millionen lebten in China im Jahr 2010 weltweit die meisten Diabetiker.

Durch einen rapiden wirtschaftlichen Aufschwung wuchs der Wohlstand der Chinesen innerhalb sehr kurzer Zeit. Im gleichen Zug begannen sie kalorienreicher zu essen, sich weniger zu bewegen und stark an Gewicht zuzunehmen. Zur selben Zeit erhöhte sich auch ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dieser Trend zeigt sich sowohl in ländlichen Gegenden als auch in Städten, gleich ob das Einkommen hoch oder niedrig ist.

Ein Grund für die Diabetes-Zunahme dürfte sicher in der höheren Lebenserwartung liegen, die mit einem besseren Lebensstandard verbunden ist. Je älter Menschen werden, desto eher bekommen sie chronische Erkrankungen, also auch Diabetes. Doch treffen Diabetes-Erkrankungen nach den Ergebnissen der Studie nicht nur ältere, sondern gerade auch zahlreiche junge Menschen.

Bereits ab einem Alter von sieben Jahren tragen Chinesen nach den Daten des Chinese Health and Nutrition Surveys, die in der Untersuchung der Universität von North Carolina ausgewertet wurden, ein hohes Risiko für chronische Erkrankungen. So weisen unter den Sieben- bis Siebzehnjährigen knapp zwei Prozent einen Diabetes auf, 19 Prozent dieser Kinder werden sehr wahrscheinlich in den folgenden Jahren einen Diabetes entwickeln. Dass so viele junge Menschen von diesen Entwicklungen betroffen seien, sei bisher noch nie dagewesen, meint Barry Popkin, Leiter der Untersuchung.

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Manche sehen in der „Ein-Kind-Politik“ eine mögliche Weichenstellung. Diese könnte dazu geführt haben, dass die Einzelkinder übermäßig verwöhnt werden, ihnen von Eltern und Großeltern kein Wunsch abgeschlagen wird, auch nicht was Süßigkeiten und weitere energiedichte Lebensmittel betrifft. Lange Schulzeiten, die wenig Spielraum für Bewegung lassen, könnten ein Übriges dazu tun, starkes Übergewicht zu fördern, das oftmals Wegbereiter für einen Typ 2-Diabetes ist.

Wenn allerdings schon Kinder ein hohes Risiko tragen, sieht die voraussichtliche Lage für die spätere erwachsene Generation düster aus. „Die zukünftigen Kosten für die gesundheitliche Versorgung und die gesundheitlichen Auswirkungen für die Betroffenen dürften immens sein“, befürchtet Penny Gordon-Larsen, die als Professorin im Fachbereich „Weltweite öffentliche Gesundheit“ an der Universität von North Carolina arbeitet.

Quellen einblenden

  • Perry C (EurekAlert!, 5.07.2012): Child diabetes levels higher in China than in US, study finds
  • Grens K (Reuters Health, 4.04.2012): Diabetes continuing to spike in China
  • Hornby L (Reuters, 25.03.2012): China diabetics raise stakes for healthcare reform
  • Bristow M (BBC News, 26.09.2010): China faces obesity explosion
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