Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) äußert Bedenken zur Jodversorgung der Deutschen. Da der Verzehr von Jodsalz tendenziell rückläufig sei, könnte eine zukünftige Unterversorgung nicht generell ausgeschlossen werden. Das BfR überlegt vor diesem Hintergrund, einen erhöhten Jodgehalt des Salzes zu empfehlen oder einen breiteren Einsatz von jodiertem Speisesalz zu fördern.

Auf einen Rückgang der Jod-Versorgung weist z. B. die DONALD-Studie des FKE Dortmund an Kindern und Jugendlichen hin. Die schlechtere Versorgung könnte auf sinkende Jod-Gehalte in gefertigten Lebensmitteln (1) zurückgehen. Für Erwachsene liegen zurzeit keine aktuellen Daten zur Versorgungslage vor.
Deutschland galt – wie viele andere Länder auch – lange Zeit als Jodmangelgebiet, weshalb Jod hier seit den 1980er Jahren in der Nahrung ergänzt wird. Heute liegt in Deutschland nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation kein Jodmangel mehr vor. Da die Versorgungslage jedoch immer noch nicht bestmöglich sei, raten Experten weiterhin zu einer Jod-Supplementierung. In diesem Rahmen wird neben Speisesalz auch Tierfutter mit Jod angereichert.
| Lebensmittel (100 g) | Jodgehalt (μg) |
|---|---|
| Kabeljau | 275 |
| Thunfisch | 186 |
| Matjes | 62 |
| Hartkäse (20% i. Tr. | 52 |
| Teewurst | 43 |
| Pilze, gegart | 20 |
| Kuhmilch | 12 |
| Quark | 10 |
| Hühnerei | 9 |
| Rindfleisch | 3 |
Tabelle: Jodgehalt von Lebensmitteln. Zum Vergleich: 100 g jodiertes Speisesalz enthalten 2500 μg Jod. Die Zufuhrempfehlung für Jugendliche und Erwachsene liegt bei 200 μg/d.
Eine Jod-Überdosierung ist dabei nach Ansicht der Fachgesellschaften bei Aufnahme physiologischer Jodmengen in aller Regel auszuschließen. Erst wenn ein Vielfaches der empfohlenen Jodmenge aufgenommen wird, sei mit nachteiligen Auswirkungen auf die Schilddrüse zu rechnen.
Eine überarbeitete Stellungnahme zum Thema Jodprophylaxe wird das BfR nach eigenen Aussagen erst nach Abschluss und Veröffentlichung der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) herausbringen.
(1) Jodsalz-Verwendung. Industrie: aktuell 26 Prozent (im Jahr 2004 noch 30 Prozent), Bäckereien und Fleischereien: 60-85 Prozent.
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Quellen einblenden
- BfR (7.2.2012): Fragen und Antworten zur Jodversorgung und zur Jogmangelvorsorge
- BfR (26.10.2011): 6. Sitzung der BfR-Kommission für Ernährung, diätetische Produkte, neuartige Lebensmittel und Allergien
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung (Hrsg.): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt a. d. Weinstraße, 1. Auflage, 3. vollständig durchgesehener und korrigierter Nachdruck (2008)
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