Jojo-Effekt: Liegt es an den Hormonen?

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Nach den Anstrengungen der Abnehmphase geht der Kampf gegen die Pfunde weiter: Denn nun droht der sogenannte JoJo-Effekt. Eine neuere Studie zeigt, dass dieser wahrscheinlich weniger durch mangelnde Disziplin bedingt wird als durch langfristige hormonelle Veränderungen, die mit der Gewichtsreduktion einhergehen.

Jojo

Abnehmen ist nicht leicht und mancher, der es geschafft hat, frohlockt zu früh. Denn nach der eigentlichen Abnehmphase folgt der Kampf gegen die Wiederzunahme. Schuld an dem sog. Jojo-Effekt kann mangelnde Disziplin sein. Schließlich ist es nicht einfach, dauerhaft auf lieb gewonnene Gewohnheiten zu verzichten. So können das wieder aufgenommene Knabbern vor dem Fernseher oder Computerbildschirm, das zweite oder dritte Bier in geselliger Runde und andere „Diätsünden“ den anfänglichen Erfolg schmälern. Der Jojo-Effekt kann aber auch auf hormonelle Veränderungen während des Gewichtsverlusts zurückzuführen sein, wie eine Studie, die kürzlich im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, zeigt.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität von Melbourne untersuchte physiologische Vorgänge vor, während und nach dem Abnehmen bei insgesamt fünfzig übergewichtigen und adipösen Probanden. Von Interesse war unter anderem die Veränderung der Konzentration von Hormonen, die im Magen-Darm-Trakt, der Bauchspeicheldrüse und dem Fettgewebe freigesetzt werden und die an der Regulation von Hunger, Appetit und Sättigung und dem Körpergewicht beteiligt sind.

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Wie erwartet, reagierte der Organismus schnell auf die stark eingeschränkte Energieaufnahme der Probanden: Die Spiegel appetithemmender Hormone (Leptin, Peptid YY, Cholecystokinin, Amylin, Insulin) fielen während der zehnwöchigen Abnehmphase ab, dagegen nahmen die Konzentrationen der appetitstimulierenden Hormone Ghrelin, pankreatisches Polypeptid und gastroinhibitorisches Peptid (GIP) zu.

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Diese Veränderungen wurden bereits in früheren Studien beobachtet. Neu war allerdings die Erkenntnis, wie lange die kompensatorischen Vorgänge anhalten. Zum Leidwesen der Abnehmenden blieben die hormonellen Veränderungen auch nach der Abnehmphase bestehen. Ein Jahr nach dem Ende der Abnehmphase hatte sich die Regulation von Appetit und Sättigung zwar etwas normalisiert, das Ausgangsniveau vor Beginn der Studie wurde jedoch nicht erreicht. Gemäß der vorhandenen Hormonkonstellation war der Körper demnach weiterhin auf Hunger und Gewichtszunahme programmiert. Und dies, obwohl die Probanden in der Nachbeobachtungsphase bereits an Gewicht zugenommen hatten!

Personenwaage

Auch die Probanden selbst berichteten noch ein Jahr nach ihrer Gewichtsabnahme von verstärkten Hungergefühlen und Essensgelüsten. Ihre subjektiven Aussagen deckten sich demnach mit den Untersuchungsergebnissen der Wissenschaftler.

Und das Fazit? Probleme nach der Gewichtsabnahme sind nicht unbedingt nur auf mangelnde Disziplin zurückzuführen. Für eine langfristig erfolgreiche Gewichtsabnahme wäre es vorteilhaft, wenn auch das Hormonprofil berücksichtigt würde. Wie dies sicher und möglichst ohne Nebenwirkungen gelingen kann, bleibt bislang ungeklärt.

Quelle:
Sumitrhran P, Prendergast LA, Delbridge E, et al. (2011): Long-term perstistence of hormonal adaptations to weight loss. N Engl J Med 2011; 365: 1597-604

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