Kann Kaffee vor Typ-2-Diabetes schützen?

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Schenkt man Beobachtungsstudien Glauben, erkranken Kaffeeliebhaber seltener an Typ-2-Diabetes. Aber Kaffee ist nicht gleich Kaffee…

Die Möglichkeiten, seinen Kaffee zuzubereiten, sind vielfältig. Manche schwören auf Filterkaffee aus der klassischen Kaffeemaschine, andere bevorzugen Kaffee auf Knopfdruck aus Vollautomaten, Kapsel- oder Padmaschinen. Ist keine Kaffeemaschine vorhanden, darf es auch mal Instantkaffee sein. Und dann sind da noch die Puristen, denen nichts über eine Tasse von Hand aufgebrühten Kaffees oder Kaffee aus der Cafetière geht. Wenn Schweden Kaffee kochen, verbirgt sich dahinter eine Zubereitungsmethode, die hierzulande weniger geläufig sein dürfte: Grob gemahlener Kaffee wird einfach direkt in kochendes Wasser gegeben und dann einige Minuten ziehen gelassen.

Nachdem die Hinweise auf positive gesundheitliche Wirkungen von Kaffee zunehmen, hat ein multinationales Forscherteam untersucht, ob die Art der Kaffeezubereitung seine gesundheitsfördernde Wirkung beeinflusst. Im Fokus stand der Schutz vor einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung. Grundlage ihrer Studie bildeten Daten einer fortlaufenden schwedischen Kohortenstudie aus den Jahren 1991 bis 2005. Im Laufe von 7 Jahren waren 421 Probanden neu an Typ-2-Diabetes erkrankt. Die Wissenschaftler verglichen den Kaffeekonsum dieser Probanden mit jenem von 421 Probanden derselben Studie ohne Diabetes. Darüber hinaus wurden aufbewahrte Blutproben der Probanden auf Kaffeemetabolite (Biomarker) analysiert.

„Wir haben bestimmte Moleküle – ‚Biomarker‘ – im Blut der an der Studie Beteiligten identifiziert, die auf die Aufnahme verschiedener Kaffeesorten hinweisen. Diese Biomarker wurden dann in der Analyse verwendet, um das Typ-2-Diabetes-Risiko zu berechnen“, erläutert Prof. Rikard Landberg von der Technischen Hochschule Chalmers (Göteborg), zugleich außerordentlicher Professor an der Abteilung für öffentliche Gesundheit und klinische Medizin der Universität Umeå. „Unsere Ergebnisse zeigen jetzt deutlich, dass gefilterter Kaffee das Typ-2-Diabetes-Risiko reduziert, während keine derartige Wirkung von gekochtem Kaffee ausgeht.“ Anhand dieser Biomarker konnten die Forscher zeigen, dass Menschen, die zwei bis drei Tassen gefilterten Kaffee pro Tag tranken, ein um 60 Prozent geringeres Risiko hatten, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, als Menschen, die weniger als eine Tasse gefilterten Kaffee pro Tag tranken. Der Konsum von gekochtem Kaffee hatte keinen Einfluss auf das Diabetesrisiko in der Studie. Wurden anstelle der Biomarker Selbstangeben der Probanden zu ihrem Kaffeekonsum analysiert, zeigte sich ein vergleichbarer Zusammenhang zum Typ-2-Diabetes-Risiko.

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Laut Landberg gehen viele Menschen fälschlicherweise davon aus, dass Kaffee sich ausschließlich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Womöglich ist dies darauf zurückzuführen, dass in früheren Studien ein Zusammenhang zwischen gekochtem Kaffee und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden wurde. Dieser Effekt wird einer in gekochtem Kaffee enthaltenen Molekülart, den Diterpenen, zugeschrieben. „Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Diterpene beim Filtern von Kaffee im Filter aufgefangen werden“, versucht Landberg die Bedenken zu entkräften. „Dadurch erhält man [durch den Konsum von gefiltertem Kaffee] die gesundheitlichen Vorteile der vielen anderen vorhandenen Moleküle, z. B. verschiedener phenolischer Substanzen. In moderaten Mengen wirkt sich auch Koffein günstig auf die Gesundheit aus“, fährt Landberg fort.

Nun stellt sich die Frage, ob die in gekochtem Kaffee enthaltenen Diterpene auch den Zuckerstoffwechsel beeinträchtigen und auf diese Weise die Entstehung von Typ-2-Diabetes begünstigen. Dies könnte eine Erklärung für die unterschiedliche Wirkung von gefiltertem und gekochtem Kaffee sein. Bislang können die Forscher diese Frage noch nicht beantworten, ebenso wenig welche Bedeutung der verwendeten Kaffeebohnensorte zukommt.

Unklar ist ferner, wie sich andere Zubereitungsmethoden auf das Diabetesrisiko auswirken. Da Espresso aus klassischen Kaffeemaschinen ebenso wie Kaffee aus Padmaschinen und der Cafetière filterlos aufgebrüht wird, mutmaßt Landberg, dass diese Zubereitungsarten nicht mit einem geringeren Diabetesrisiko einhergehen, vergleichbar den Effekten von gekochtem Kaffee.

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