Lebensmittelallergien: Geschwisterkinder selten auch betroffen

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Hat ein Kind eine Lebensmittelallergie, fragen sich Eltern häufig, ob auch die Geschwisterkinder vorsorglich auf Lebensmittelallergien getestet werden sollten. Laut einer aktuellen Studie ist ein vorsorgliches Screening nicht notwendig, denn die Wahrscheinlichkeit, ebenfalls von einer Lebensmittelallergie betroffen zu sein, ist vergleichsweise gering.

Verbotsschild Lebensmittel
© Allie_Caulfield (überarbeitet)

An der Studie, deren Ergebnisse im Journal of Allergy and Clinical Immunology berichtet werden, nahmen 478 0- bis 21-jährige Heranwachsende und deren 642 Geschwister teil. Um das Vorliegen einer Lebensmittelallergie möglichst valide zu erfassen, verließen sich die Wissenschaftler nicht nur auf die Befragung der Eltern zu gängigen Lebensmittelallergien. Zusätzlich wurden spezifische Antikörper (IgE) im Blut der Probanden bestimmt und Pricktests durchgeführt.

„Unsere Daten deuten darauf hin, dass das Risiko einer Nahrungsmittelallergie bei Geschwistern von einem betroffenen Kind nur minimal höher ist als in der allgemeinen Bevölkerung“, nimmt die an der Studie maßgeblich beteiligte Assistenzprofessorin Dr. Ruchi Gupta das wichtigste Ergebnis vorweg. „Wir beobachteten auch, dass Tests eine Sensibilisierung auf beispielsweise Erdnüsse bei einem Kind anzeigen könnten, das noch nie Erdnüsse gegessen hat. Dies bedeutet aber nicht unbedingt, dass das Essen einer Erdnuss bei diesem Kind tatsächlich allergische Symptome hervorrufen wird.“

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Konkret reagierten in dieser Studie lediglich 13,6 Prozent, also etwa jedes siebte Geschwisterkind, allergisch auf ein Lebensmittel. Gut die Hälfte der Brüder und Schwestern (53 Prozent) war zwar sensibilisiert (d.h. Nachweis von Antikörpern im Blut oder positiver Pricktest), hatte aber keine Allergiesymptome und jedes dritte Geschwisterkind (33,4 Prozent) war nicht einmal sensibilisiert. Unter den Geschwisterkindern mit einer Allergie waren Milchallergien mit 5,9 Prozent am häufigsten, gefolgt von Hühnereiallergien (4,4 Prozent) und Erdnussallergien (3,7 Prozent).

„Unsere Ergebnisse unterstützen die Praxisleitlinien des Nationalen Instituts für Allergie und Infektionskrankheiten, wonach Geschwister nicht vor ihrem ersten Kontakt mit einem bestimmten Lebensmittel gescreent werden sollten“, betont die Assistenzprofessorin Dr. Ruchi Gupta. „Ein routinemäßiges Screening ohne Vorgeschichte allergischer Lebensmittelreaktionen könnte zur unnötigen Vermeidung von Lebensmitteln führen, welche die Kinder eigentlich tolerieren würden. Dies beeinträchtigt wiederum die Lebensqualität und die Qualität der Ernährung. Die Vermeidung von Lebensmitteln erhöht außerdem das Risiko, eine Allergie auf die entsprechenden Lebensmitteln zu entwickeln.“

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