Nachhaltigkeitssiegel bald auch für Fisch aus Aquakultur

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Die Nachfrage nach Fisch steigt weiter an, da der Verzehr von Fisch aus gesundheitlichen Gründen empfohlen wird. Infolge der Nachfrage stammen immer mehr der hierzulande verzehrten Fische aus Aquakultur. Viele Aquakulturfarmen sind jedoch laut World Wildlife Fund (WWF) ein „ökologisches Desaster“. Abhilfe soll ein neues Nachhaltigkeitssiegel schaffen, dass anlässlich der „fish international“, dem deutschen Branchentreffpunkt für Händler, Industrie, Gastronomie und Verbände im Fischbereich, in Bremen vorgestellt wurde.

Aquakultur

Immer mehr Konsumenten legen Wert auf nachhaltig produzierte Produkte, d. h. Waren, bei deren Erzeugung ethische Standards (z. B. Umwelt- und Sozialstandards) eingehalten wurden. Aktuellen Umfragen zufolge werden Produkte mit entsprechenden Prüf- oder Gütesiegeln bei Kaufentscheidungen bevorzugt. Im Fischbereich ist bislang insbesondere das MSC-Siegel (Nachhaltigkeitslabel des Marine Stewardship Council) bekannt. Es kennzeichnet weltweit Fisch, der mit umweltbewussten, nachhaltigen Methoden gefangen wurde. Das MSC-Siegel hat jedoch einen Haken: Es gilt nur für Wildfisch, nicht für Fisch aus Aquakultur.

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Abhilfe schaffen soll ein neues Siegel, das sich an den Kriterien des MSC orientiert und weitere Standards für Zuchtfisch definiert. Das Siegel des 2009 gegründeten Aquaculture Stewardship Council (ASC) steht kurz vor der Einführung. Es soll für Zuchtfisch dieselbe Bedeutung erlangen wie das MSC-Siegel für Wildfisch. In die Entwicklung des Kriterienkatalogs für eine Zertifizierung nach ASC waren rund 2000 Vertreter verschiedenster Anspruchsgruppen eingebunden. Chris Ninnes, Geschäftsführer des ASC ist vom Erfolg des Siegels überzeugt: „Unser Vorgehen entspricht als einziges dem internationalen Verhaltenskodex für die Aufstellung glaubhafter freiwilliger Sozial- und Umweltstandards und den Richtlinien der FAO für die Zertifizierung von Aquakultur und für Umweltsiegel“, so Ninnes.

Verbraucherverbände begrüßen die Weiterentwicklung des MSC-Siegels. „Aus unserer täglichen Beratungspraxis wissen wir, dass die Verbraucher neben verlässlicher Qualität immer mehr Wert auf nachhaltige Erzeugung legen. Und die meisten Anfragen auch in Qualitätshinsicht bekommen wir zu Fisch“, sagte Silke Schwartau, Leiterin der Abteilung Ernährung der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Zertifizierung nach dem MSC-Standard sei bereits ein Schritt in die richtige Richtung gewesen, da dieser Standard weltweit anerkannt und eingeführt sei – im Unterschied zu vielen anderen Siegeln. „Darum befürworte ich grundsätzlich auch die Einführung des ASC-Labels, auch wenn es leider noch immer keine zertifizierten Produkte gibt“, so Silke Schwartau.

Tilapia

Dies soll sich allerdings in Kürze ändern. Bereits im Februar kündigte ASC-Geschäftsführer Ninnes an, das offizielle Zertifizierungsprogramm für Buntbarsche, genauer Tilapia, werde noch im Februar beginnen. Wenige Wochen später würde auch die der Zertifizierung von Pangasius eingeleitet. Ninnes schätzt, dass es nach dem formalen Programmstart nicht mehr lange dauern wird, bis die ersten zertifizierten Produkte in den Handel kommen. „Eine Reihe von Züchtern haben sich schon seit einiger Zeit auf die Zertifizierung vorbereitet.“ Der erste Fisch mit ASC-Label wird voraussichtlich zuerst in den Niederlanden, dem Hauptsitz des ASC, zu kaufen sein, kurz darauf jedoch auch in Deutschland.

Bereits heute können sich umweltbewusste Konsumenten auf der Internetseite des WWF über naturverträgliche Aquakultur informieren. Im aktuellen Einkaufsratgeber Fische & Meeresfrüchte sind bereits Empfehlungen für Zuchtfische enthalten.

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