Ungesunde Ernährung verursacht pro Jahr 16,8 Milliarden Gesundheitskosten

Weitere Beiträge

Zuviel Fett, Salz und Zucker – diese Defizite in der Ernährung vieler Bundesbürger sind ebenso bekannt wie ihre gesundheitlichen Folgen. Dass Fehlernährung auch von großer ökonomischer Relevanz ist, berichten Wissenschaftler der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in ihrer aktuellen Publikation.

 © tuchodi
© tuchodi

In Kooperation mit dem Biotechnologieunternehmen BRAIN AG ermittelten die Forscher die jährlichen Krankheitskosten in Deutschland, die auf eine Fehlernährung zurückzuführen sind und von unserem Gesundheitssystem getragen werden. Für ihre Analysen verwendeten die Wissenschaftler Studienergebnisse von 14 bereits publizierten Studien sowie bundesweit repräsentative Daten zu den Krankheitskosten 2002-2008 aus der amtlichen Statistik. Auf diese Weise war es möglich, den Einfluss eines (verglichen mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) zu hohen Konsums von Salz, Zucker und gesättigten Fettsäuren auf die Kosten von 22 Krankheitsbildern (darunter Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Karies, Arthrose und Alzheimer-Erkrankung) zu quantifizieren.

Es stellte sich heraus, dass die gesundheitlichen Folgen einer ungesunden Ernährung jährlich mit rund 16,8 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Dies entspricht immerhin 7 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben von 2008 und Pro-Kopf-Ausgaben in Höhe von jährlich 205 Euro. Dabei waren die Folgekosten des Überkonsums von Zucker mit insgesamt 8,6 Milliarden Euro am höchsten, vor den Kosten des zu hohen Konsums an Salz (5,3 Milliarden Euro) und gesättigten Fettsäuren (2,9 Milliarden Euro).

Die direkten Kosten von Krankheiten, die aufgrund eines Überverzehrs von Salz, Zucker und Fett entstehen können, sind substantiell. Ein deutliches Einsparpotential liegt jedoch auch in den bisher weniger beachteten Folgeerkrankungen und Folgekosten von Übergewicht und Diabetes“, fasst der Erstautor der Studie Dr. Toni Meier von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zusammen. „Diese reichen von der gewichtsbedingten Arthrose bis zu Schlafstörungen, Alzheimer und chronischem Nierenversagen.“ Seine Kollegin Dr. Katja Riedel von der BRAIN AG, gibt zu bedenken, dass bei den bisherigen Berechnungen die indirekten Kosten der Fehlernährung, also Kosten durch Arbeitsausfall, Rehabilitationsbehandlungen und Invalidität, noch nicht berücksichtigt wurden, sodass die tatsächlichen fehlernährungsbedingten Kosten wohl noch deutlich höher liegen.

google()

Das Projekt wurde im Rahmen der strategischen Allianz NatLife 2020 durchgeführt. Dieser Verbund von Universitäten und Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam biologisch aktive Naturstoffe zur Verbesserung der ernährungsphysiologischen Qualität von Nahrungsmittelrezepturen zu entwickeln, ohne den Geschmack der Produkte zu beeinträchtigen. „Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen uns darin, dass wir mit dem Forschungsansatz der NatLife 2020 genau auf dem richtigen Weg sind. Wenn es uns gelänge, etwa ein Drittel der Zucker-, Fett- oder der Salzmenge in den Nahrungsmittelrezepturen mit neuen Naturstoffen zu ersetzen, könnten wir das Gesundheitssystem allein in Deutschland jährlich bereits um einen Betrag von fünf bis sechs Milliarden Euro entlasten“, gibt Dr. Martin Langer von der BRAIN AG einen Ausblick auf zukünftige Forschungsbestrebungen.

Quellen einblenden

 

 

- Advertisement -spot_img
- Advertisement -spot_img

Andere lesen gerade…

- Advertisement -spot_img

More Recipes Like This

- Advertisement -spot_img
Datenschutz-Übersicht
DEBInet Logo

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen und Einstellungen beizubehalten, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, dass hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für Sie am interessantesten und nützlichsten sind.

Necessary

Unbedingt notwendige Cookies sollten jederzeit aktiviert sein, damit wir Ihre Einstellungen für die Cookie-Einstellungen speichern können.