Mangel an blutdrucksenkendem Hormon macht Adipöse empfindlicher für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Bluthochdruck ist ein Haupt-Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine der weltweit häufigsten Todesursachen. Wissenschaftler am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DifE) haben jetzt eine mögliche Erklärung für den Zusammenhang zwischen starkem Übergewicht und Bluthochdruck gefunden.
Stark Übergewichtige weisen einen erhöhten Körperfettanteil auf, der oftmals mit einer Insulinresistenz einhergeht. Als Folge davon kann der Blutzucker nicht mehr ausreichend in die Körperzellen transportiert werden und steigt an. Um dies zu kompensieren, schüttet der Körper zu Beginn vermehrt Insulin aus. Wenn der Insulinspiegel dauerhaft erhöht ist, bewirkt dies unter anderem auch einen vermehrten Einbau von ANP-Abbau-Rezeptoren im Fettgewebe, fanden die Wissenschaftler heraus. ANP steht für „atriales natriuretisches Peptid“ und ist ein im Herzen gebildeter Botenstoff.

Ist ANP in ausreichender Menge vorhanden, senkt es über drei Mechanismen den Blutdruck. Zum einen verringert es über ein sinkendes Durstgefühl und eine vermehrte Harnausscheidung das Blutvolumen. Und zum anderen entspannt es die Gefäßmuskeln, wodurch sich die Gefäße erweitern. Ist nun weniger ANP verfügbar, weil dauerhaft erhöhte Insulinspiegel den ANP-Abbau verstärken, lässt die Wirkung des Hormons nach. Der Blutdruck steigt und dadurch auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Die Kenntnis dieses Zusammenhangs könnte auch bei der Wahl der Medikation von Typ-2-Diabetikern bedeutsam sein, meinen die Wissenschaftler. Schließlich sind viele Typ-2-Diabetiker übergewichtig und haben eine Insulinresistenz. Die Forscher folgern daher, dass Medikamente, die über Insulin-unabhängige Mechanismen wirken, zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Typ-2-Diabetikern von Vorteil sein könnten.
Quelle
DifE (26.03.2012): Neu entdeckter Mechanismus erklärt, warum Übergewicht das Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko erhöht.




