Verbraucherzentralen fordern Klartext bei Nahrungsergänzungsmitteln

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Mit dem neuen Internetportal „Klarheit Nahrungsergänzung“  möchten die Verbraucherzentralen mehr Transparenz in den unübersichtlichen Markt von Nahrungsergänzungsmitteln bringen. Außerdem können Nutzer ihre Anliegen und Beschwerden hier direkt äußern.

 © clevercupcakes
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Vor kurzem haben wir über den hohen Umsatz von Nahrungsergänzungsmitteln berichtet. Zwischen April 2015 und März 2016 wurden nach Angaben des Bundesverbands für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) insgesamt 177 Millionen Verpackungen Nahrungsergänzungsmittel verkauft, was einem Umsatz von 1,175 Milliarden € entspricht. Tendenz steigend…

Umfragen zufolge kauft mittlerweile etwa jeder dritte Bundesbürger Vitamin- und Mineralstoffpräparate und andere Nahrungsergänzungsmittel, häufig allerdings ohne tatsächlichen Bedarf. „Die Vitaminversorgung ist gesichert. Nahrungsergänzungsmittel sind für gesunde Menschen nicht notwendig“, erklärt Professor Dr. Helmut Heseker vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit an der Universität Paderborn. Wirklich Sinn mache nur eine Gabe von Folat für Schwangere zur Verhinderung von Neuralrohrdefekten, eine Vitamin-D-Supplementation zur Rachitis-Prävention (sog. Knochenerweichung) und Ergänzungen bei individuellen Defiziten nach Rücksprache mit dem Arzt. Für alle anderen Personen bestehe eher das Risiko der Überversorgung. Dies gilt insbesondere dann, wenn mehrere Nahrungsergänzungsmittel zugleich eingenommen werden. Nach Angaben des BLL verwenden knapp ein Drittel  der Nahrungsergänzungsmittel-Anwender mindestens zwei Präparate parallel. Im besten Fall wird die zu viel aufgenommene Menge eines Supplements einfach ausgeschieden. Deutlich weniger angenehm sind körperliche Reaktionen wie beispielsweise Durchfälle und Magen-Darm-Beschwerden bei einer erhöhten Magnesiumaufnahme (ab 300 Milligramm in Nahrungsergänzungsmitteln, die empfohlene Tagesmenge von Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln liegt bei insgesamt 250 Milligramm).

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Nach wie vor ist der Markt für Nahrungsergänzungsmittel kaum reguliert. Im Unterschied zu Arzneimitteln durchlaufen Nahrungsergänzungsmittel kein Zulassungsverfahren. Ihre Wirksamkeit und Sicherheit sowie das Zutreffen von Werbeaussagen werden bislang nicht unabhängig überprüft. Die Verbraucherschützer setzen sich daher für eine Höchstmengenregelung und eine Positivliste für Nahrungsergänzungsmittel ein, bis zu deren Ausgestaltung ein nationales Zulassungsverfahren eingerichtet werden sollte. Außerdem fordern sie eine Meldestelle für bislang unerkannte Nebenwirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln.

Mit dem neu eingerichteten Internetportal „Klarheit Nahrungsergänzungsmittel“  möchten die Verbraucherzentralen Nutzern von Nahrungsergänzungsmitteln vorab die Möglichkeit geben, sich unabhängig über Nahrungsergänzungsmittel zu informieren, die für breite Anwendungsgebiete und Zielgruppen angeboten werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, eigene Fragen an Ernährungsexperten zu stellen und Produktbeschwerden einzureichen.

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