Vorerst keine Fettsteuer für die Briten

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Die Einführung einer Steuer auf „ungesunde Lebensmittel“ in Ungarn und einer Fettsteuer in Dänemark hätten den entscheidenden Anstoß geben können, doch die britische Regierung wartet ab. Man behält die Staaten im Auge, die sich dazu entschlossen haben, diese Maßnahmen gesetzlich zu verankern und beobachtet erst einmal die Effekte.

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Die Überlegung, eine Fettsteuer einzuführen, gibt es in England nicht erst seit gestern. Schließlich wird hier im europäischen Vergleich die höchste Rate an übergewichtigen und fettleibigen Menschen verzeichnet. So gelten unter den Erwachsenen mehr als 60 Prozent als übergewichtig oder adipös. Der Einwand, durch eine Fettsteuer Menschen mit niedrigem Einkommen möglicherweise erheblichen Belastungen auszusetzen, stellt ein großes Hindernis für die Umsetzung dar.

Warum zaudern die britischen Entscheidungsträger? Man beruft sich auf die persönliche Verantwortung des Einzelnen. Das dürfte Gegner eines staatlichen Eingreifens, die in einer solchen Maßnahme eine unmäßige Bevormundung sehen, zufrieden stellen. Jedoch ändert es nichts an der Tatsache, dass die Kosten enorm sind, die durch die gesundheitlichen Folgen von (starkem) Übergewicht entstehen, und die Prognosen noch eine Zunahme erwarten lassen.

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Das sieht auch die britische Regierung ein, und wenn schon keine Fettsteuer, so sind doch verschiedene andere Maßnahmen vorgesehen, die dem allgemeinen Trend einer Gewichtszunahme entgegen wirken sollen. So sind z. B. Radwege und Grünanlagen geplant, welche die Möglichkeit zu mehr Bewegung geben und diese dadurch fördern sollen.

Gleichwohl könne der Staat alleine nicht alles ausrichten, so Andrew Lansley, der britische Gesundheitsminister. Deshalb wird die Lebensmittelindustrie zur Mithilfe aufgerufen – z. B. werden Kalorienangaben und eine Senkung des Salzgehalts angeraten. Das Mitwirken der Industrie erfolgt dabei auf freiwilliger Basis, was von vielen Gesundheitsexperten kritisiert wird. Diese Kritik könnte durchaus berechtigt sein, denn Umstellungen der Lebensmittelproduktion kollidieren meist mit ökonomischen Eigeninteressen. Daher werden sich Veränderungen in diesem Bereich sicher nicht im gleichen Umfang durchsetzen wie es im Fall von staatlichen Vorgaben der Fall gewesen wäre.

Ob die in England vorgesehenen Maßnahmen fruchten werden, bleibt abzuwarten. Ab 2020, mutmaßt die britische Regierung, könnten sich erste Verbesserungen zeigen.

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