Warum macht Alkohol hungrig?

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Ob Karneval, Fastnacht, Fasent, Fasnet oder Fasching: Für viele ist die närrische Zeit ohne Alkohol kaum vorstellbar. Deftige Speisen bilden die Grundlage, dass Alkohol besser vertragen wird. Aber auch nach einem feucht-fröhlichen Abend steigt der Appetit auf Deftiges. Aufschluss über die zugrunde liegenden Vorgänge gibt ein Blick ins Gehirn.

Cocktails
© Stehan Obeysekera

Eigentlich paradox: Obwohl Bier, Wein, Schnaps und Likör schon reichlich Kalorien enthalten, stellt sich nach dem Genuss alkoholischer Getränke kein Sättigungsgefühl ein. Im Gegenteil: Alkohol scheint sogar appetitsteigernd zu wirken.

Häufig wird dieses Phänomen auf gesellschaftliche Faktoren zurückgeführt. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Experiment, bei dem Freiwilligen entweder Alkohol oder Salzlösung direkt ins Blut injiziert wurde. Diejenigen, die die Alkoholinjektion erhalten hatten, reagierten nicht nur stärker auf Essensgerüche, sondern verzehrten im Anschluss auch eine größere Portion Spaghetti Bolognese als die Kontrollgruppe mit der Salzinjektion. Demnach lässt sich die appetitsteigernde Wirkung nicht (nur) durch die Begleitumstände erklären.

Ein weiterer Erklärungsansatz geht davon aus, dass Alkohol die Selbstbeherrschung beeinträchtigt und Menschen, die auf einer Feier Alkohol getrunken haben, daher im Anschluss daran mehr essen als die nüchternen Partybesucher. Andere Hypothesen befassen sich mit der Änderung des Blutzuckerspiegels und der entwässernden Wirkung von Alkohol, welche sich ebenfalls auf den Appetit auswirken können.

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Sarah Cains und ihre Kollegen vom Francis Crick Institut und der Universität London gehen davon aus, dass zumindest ein Teil der appetitsteigernden Wirkung von Alkohol auf physiologische Faktoren zurückzuführen ist, die das Essverhalten beeinflussen. In einer Serie von Experimenten konnten sie zeigen, wie sich die Alkoholaufnahme auf Prozesse im Hypothalamus auswirkt. Dieser Abschnitt des Zwischenhirns reguliert unter anderem die Aufnahme von Nahrung und Wasser.

Die Wissenschaftler stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass Alkohol die sogenannten AgRP-Neuronen im Hypothalamus aktiviert, die an der Steuerung des Hungergefühls beteiligt sind. Diese Wirkung war vergleichbar mit dem Stimulus, der vom Fasten oder physiologischen Hungerhormonen ausgeht.

Mit ihren aktuellen Studienergebnissen tragen Sarah Cains und ihre Kollegen zur Aufklärung der appetitsteigernden Wirkung von Alkohol bei. Offen bleibt allerdings die Frage, in wieweit diese Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind und ob weitere, bislang unerkannte Stoffwechselvorgänge ebenfalls an der appetitsteigernden Wirkung beteiligt sind.

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