Wie sich Übergewicht und Mobbing auf die Psyche Jugendlicher auswirken

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Wissenschaftler der Universität Uppsala haben in einer Studie untersucht, wie sich Übergewicht und Mobbing auf das Wohlbefinden von Jugendlichen auswirken. „Ziel unserer Studie war es, den Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI, Körpermasseindex) und depressiven Symptomen zu untersuchen und genau zu prüfen, ob Mobbing diese Beziehung im Laufe der Zeit beeinflusst“, erläutert Doktorandin Sofia Kanders.

In der Jugend werden Beziehungen außerhalb der Familie immer wichtiger. Viele Jugendliche legen großen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild, um von Gleichaltrigen / ihrer Peergroup anerkannt zu werden. In ihren Augen ist Übergewicht ein optischer Makel. Hinzu kommt, dass ein zu hohes Körpergewicht Anlass zum Mobbing durch andere geben kann. Beides kann sich auf die Psyche von Betroffenen auswirken.

Um mehr über den Zusammenhang zwischen Übergewicht, Mobbing und daraus resultierenden depressiven Symptomen zu erfahren, werteten Wissenschaftler Daten der SALVe-Studie (Survey of Adolescent Life in Vestmanland, Umfrage zum Leben Jugendlicher in Vestmanland) aus. An der ersten Befragung im Jahr 2012 nahmen 962 Mädchen und 767 Jungen im Alter von 14 Jahren teil. Die Befragung wurde 2015 und 2018 wiederholt.

Alle Teilnehmer gaben Auskunft zu ihrer aktuellen Körpergröße und ihrem Körpergewicht. Sie füllten einen Fragebogen aus, in dem sie zu Depressionssymptomen während der vergangenen zwei Wochen befragt wurden. Außerdem machten sie Angaben zu Mobbingerfahrungen, die sie während der vergangenen zwei Jahre gesammelt hatten.

Aus Körpergewicht und Körpergröße berechneten die Wissenschaftler den BMI. Da sich der Körperfettanteil in der Jugend je nach Alter und Geschlecht ändert, verwendeten sie Normwertkurven zur Einordnung des Körpergewichts.

Laut den Ergebnissen der Studie berichteten Mädchen beziehungsweise Frauen unabhängig von ihrem Alter und Gewicht häufiger von auffälligen depressiven Symptomen als Jungen oder Männer: 17 Prozent der 14-jährigen Mädchen und 6 Prozent der gleichaltrigen Jungen waren betroffen. Drei Jahre später hatte sich der Anteil auf 32 Prozent der Mädchen und 13 Prozent der Jungen erhöht und stieg dann weiter auf 34 Prozent der Frauen beziehungsweise 19 Prozent der Männer mit 20 Jahren.

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Aus den statistischen Analysen ging hervor, dass ein höherer BMI langfristig die Wahrscheinlichkeit für eine depressive Symptomatik erhöhte. „Als wir Mädchen und Jungen getrennt analysierten, stellten wir fest, dass bei Jungen mit Übergewicht im Jahr 2012 das Risiko, im Jahr 2015 depressive Symptome zu haben, statistisch gesehen fünfmal höher war als bei normalgewichtigen Jungen. Bei den Mädchen fanden wir keinen solchen Zusammenhang“, beschreibt Kanders.

Geschlechtsunterschiede im Auftreten von Depressionen und depressiven Störungen sind auch aus anderen Studien bekannt. Die Gründe für den unterschiedlichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und depressiven Symptomen bei Frauen und Männern müssen erst in weiteren Studien untersucht werden.

Dagegen war Mobbing (in Form von Ausgrenzen / Hänseln, über das Internet oder körperliche Gewalt) bei den weiblichen und männlichen Teilnehmern gleichermaßen mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für auffällige depressive Symptome assoziiert. Dieser Zusammenhang war sogar noch nach sechs Jahren zu sehen, wobei insbesondere Jungen mit Übergewicht betroffen waren.

Kanders und ihre Kollegen sehen in den Ergebnissen ihrer Studie einen Beleg dafür, dass sich der Zusammenhang zwischen BMI, Mobbing und der Entwicklung depressiver Symptome je nach Geschlecht verändert. „Eine wichtige Schlussfolgerung und Botschaft unserer Studie ist, dass Mobbing psychische Erkrankungen über einen langen Zeitraum hinweg beeinflussen kann, weshalb präventive Maßnahmen gegen Mobbing in Schulen äußerst wichtig sind“, schließt Kanders.

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