Kinder im Grundschulalter, die sich abwechslungsreich und gesund ernähren, schneiden in kognitiven Tests besser ab als Gleichaltrige mit ungünstiger Ernährungsweise. Dieser Zusammenhang scheint bei Jungen besonders deutlich ausgeprägt zu sein.

Für die finnische Studie zur körperlichen Aktivität und Ernährung von Kindern („the Physical Activity and Nutrition in Children Study“) füllten die Eltern von 216 Jungen und 212 Mädchen im Alter von sechs bis acht Jahren ein Ernährungsprotokoll aus. Unter den jeweils vier protokollierten Tagen sollten ein bis zwei Wochenendtage sein. Außerdem wurden die Eltern gebeten, auch den Außer-Haus-Verzehr ihres Kindes festzuhalten und die verzehrten Mengen mit haushaltsüblichen Größen zu schätzen.
Aus den Angaben der Eltern wurde der durchschnittliche Verzehr der Kinder geschätzt und anhand von Punktesystemen mit zwei gängigen Ernährungsformen verglichen. Dies war zum einen der sogenannte „Baltic Sea Diet Score“ (BDSD), der speziell die Ernährungsgewohnheiten von Menschen der baltischen Staaten berücksichtigt, sowie die aus dem amerikanischen Raum stammende DASH-Ernährung (Dietary Approaches to Stop Hypertension), die in erster Linie darauf ausgerichtet ist, Bluthochdruck entgegenzuwirken.
Unter Verwendung von kognitiven Tests wurde die Fähigkeit der Kinder, Ähnlichkeiten, Unterschiede und Muster zu finden, untersucht. Das reine Wissen der Kinder und deren Sprachfähigkeit wurde dagegen nicht geprüft.
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Bei der Auswertung der Daten zeigte sich ein direkter Zusammenhang zwischen der Ernährung der Kinder und dem Ergebnis der kognitiven Tests. Dieser Zusammenhang galt sowohl für den BDSD- als auch für den DASH-Punktwert und war unabhängig vom Alter und Geschlecht der Kinder sowie der Bildung und dem Alter der Eltern. Jungen mit besserer Ernährungsqualität schnitten auch besser bei den kognitiven Tests ab als Jungen mit schlechterer Ernährungsqualität. Für Mädchen waren die Unterschiede dagegen nicht statistisch signifikant.
Beim Vergleich einzelner Lebensmittelgruppen stellten die Wissenschaftler fest, dass Kinder, die wenig Obst, Beerenfrüchte und Gemüse aßen, schlechtere kognitive Testergebnisse hatten. Dagegen scheint ein hoher Verzehr an Vollkornprodukten sowie die Zurückhaltung bei rotem Fleisch und Würstchen die Denkleistung zu fördern. Basierend auf ihren Ergebnissen empfehlen die Wissenschaftler, auf eine ausgewogene Ernährung von Kindern zu achten. Dabei kommt es nicht darauf an, besonders viel von einzelnen Lebensmitteln oder Nährstoffen zu essen, sondern sich allgemein abwechslungsreich und gesund zu ernähren.
Da die aktuelle Studie im Querschnittsdesign erfolgte, also alle Daten zum selben Zeitpunkt erhoben wurden, kann keine Aussage zur Kausalität zwischen der Ernährungsqualität und der kognitiven Leistung der Kinder gemacht werden. Steigert eine günstige Ernährungsqualität die Denkleistung? Oder: Führt eine bessere kognitive Leistung der Kinder dazu, dass sie sich gesünder ernähren? Diesen Fragen werden sich die Wissenschaftler wohl in weiteren Studien widmen.
Quellen einblenden
- E. A. Haapala, A.-M. Elorant, T. Venäläinen, U. Schwab, V. Lindi, T.A. Lakka (2015): Associations of diet quality with cognition in children – the Physical Activity and Nutrition in Children Study. British Journal of Nutrition 114; Seite 1080-1087




