Buch-Rezension: „Ohne Milch und ohne Ei“

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Wer die Diagnose bekommt, an einer Milcheiweiß- und/oder Ei-Allergie zu leiden, steht im Alltag vor einer großen Herausforderung. Abhängig von Symptomen und Schweregrad der Allergie bedeutet dies einen großen Einschnitt in die gewohnte Ernährungsweise der Betroffenen. Beim Einkauf müssen Zutatenlisten studiert und ggf. die Hersteller kontaktiert werden, um genaue Informationen zu erhalten. Bei der Speisenzubereitung ist Experimentierfreude und Ideenreichtum gefragt, um die koch- und küchentechnischen Eigenschaften des Eies (Binden, Emulgieren, Lockern, Färben usw.) zu ersetzen und auch ohne Milch und Milchprodukte ein schmackhaftes, gesundes und ausgewogenes Essen zubereiten zu können. Insbesondere wenn Kinder betroffen sind, besteht auf der einen Seite der Wunsch, das Kind so normal wie möglich mit Gleichaltrigen aufwachsen zu lassen und auf der anderen Seite die Angst der Eltern, dass das Kind zum Beispiel bei einem Kindergeburtstag etwas Falsches isst und in eine lebensbedrohliche Situation gerät.

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©Klinik Hohenfreudenstadt

Empathisch und aus dem Leben berichtet Beate Schmitt in ihrem Ratgeber „Ohne Milch und ohne Ei“ über ihre Erfahrungen als Mutter eines allergiekranken Kindes. Kurz und verständlich stellt sie in ihrem Buch die gängigen Diagnosemethoden vor und erläutert die Unterschiede zwischen Allergie, Laktoseintoleranz und Pseudoallergie. Im Kapitel „Den Alltag meistern“ gibt sie neben Einkaufs- und Erziehungstipps Empfehlungen, wie betroffene Eltern Kindergarten und Schule gut aufklären können und wie mit besonderen Situationen, zum Beispiel Einladungen oder einem Schulausflug mit Übernachtung, umgegangen werden kann. Auch von ihren Erfahrungen im Urlaub und beim Restaurantbesuch können Betroffene profitieren.

Die Frage „Wie soll ich auf Milch und Ei verzichten?“ wird im Kapitel „Kochen und Backen ohne Milch und ohne Ei“ beantwortet. Hier bekommt der Leser neben vielen Anregungen und praktischen Tipps Lust, selbst zu experimentieren und eigene bewährte Rezepte abzuwandeln, dies alles mit dem Ziel, den Alltag mit einer Milcheiweiß- und Ei-Allergie so normal wie möglich gestalten zu können.

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Rezepte wie „Spätzle ohne Ei“ machen den Leser auf Anhieb neugierig und wurden daher einem spontanen Test unterworfen. Der erste Versuch gelang leicht und war schmackhaft, allerdings waren die „Spätzle“ noch etwas zu weiß und etwas zu fest. Im zweiten Versuch wurde zum Lockern nun Mineralwasser eingesetzt, was als Tipp im Kapitel „So klappt die Umstellung“ zu finden ist. Dem Spätzle-Wasser wiederum wurde etwas Kurkuma beigefügt, um die gelbe Farbe des Eidotters nachzuahmen. Die „Spätzle ohne Ei“ wurden dann mit milcheiweißfreiem Pilzragout serviert und in der anschließenden Verkostung sehr positiv bewertet. Das Rezept „Spätzle ohne Ei mit Pilzragout“ finden Sie übrigens im DEBInet in der Rubrik „Rezepte für Interessierte“ zum Nachkochen.

Auch die Rezepte für Kuhmilchersatz aus Mandeln, Linsen, Kokosflocken und Getreide wurden getestet, dabei konnten die selbstgemachten Alternativen aus Mandeln und Kokosflocken überzeugen. Mit Vorsicht zu genießen erscheint uns aber die sogenannte „Linsenmilch“. Hülsenfrüchte enthalten natürliche Giftstoffe (u.a. Hämagglutinine). Sie sollten daher nur in gegartem Zustand verzehrt werden.

Während Fleisch und Fisch unbehandelt milch- und eifrei sind, besteht die größte Herausforderung für Betroffene darin, gute Rezepte und Alternativen für Brot, Kuchen und Backwaren zu finden. Wer sich an das deutsche Kinderlied „Backe backe Kuchen,…“ erinnert, der weiß, dass hier gute Ratschläge gebraucht werden. So ist es auch nur folgerichtig, dass die Rezeptsammlung mit insgesamt 95 Rezepten alleine 26 Rezepte für die Weihnachtsbäckerei bereithält, hinzu kommen 19 Rezepte für Kuchen und Gebäck und weitere 10 für Brot und Brötchen.

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Fazit:
Das Buch „Ohne Milch und ohne Ei“ ist insbesondere für diejenigen geeignet, die aus gesundheitlichen Gründen auf Milch und Ei verzichten müssen. Es dient als praktischer Ratgeber, der neben hilfreichen Tipps und Anregungen betroffenen Familien Sicherheit gibt und zeigt, dass der Alltag mit einer Milcheiweiß- und Ei-Allergie gut bewältigt werden kann.

Menschen mit einer Laktoseintoleranz sollten die Ratschläge differenziert betrachten, schließlich haben sie die Möglichkeit, auf laktosefreie (nicht milcheiweißfreie!) Milch und Milchprodukte zurückzugreifen, die als wertvolle Eiweiß- und Calciumlieferanten nicht außer Acht gelassen werden sollten, und sie müssen nicht zwingend auf die koch- und küchentechnischen Eigenschaften eines Hühnereis verzichten.

Das Buch „amazon(3895663476, [Ohne Milch und ohne Ei])“ von Beate Schmitt erschien 2015 im pala-verlag, 160 Seiten, Hardcover, und kostet 14,00 Euro. ISBN: 978-3-89566-347-5

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