Drunkorexie: gefährliche Liaison von Alkoholkonsum und Essstörung

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Was wären Studentenfeten ohne Alkohol? So mancher bekommt einen verklärten Blick, wenn er an die feucht-fröhlichen, ausgelassenen Feiern zurückdenkt. Falls man sich erinnern kann… Doch der Grat zwischen genussvollem und gefährlichem Trinkverhalten ist schmal, vor allem wenn die Alkoholkalorien durch eine restriktive Ernährung und viel Sport erkauft werden.

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© Stehan Obeysekera

 

Noch ist die Drunkorexie (von englisch drunk: betrunken, Anorexie: Fachbegriff für Magersucht) keine medizinischer anerkannte Krankheit. Ihre Symptome scheinen allerdings insbesondere bei jungen Erwachsenen verbreitet zu sein. „Drunkorexie bezieht sich auf ein komplexes Muster von Trinkverhaltensweisen, die vor, während und nach einem Trinkereignis erfolgen“, erläutert die Assistenzprofessorin Dr. Dipali V. Rinker von der Abteilung für Psychologie der Universität von Houston. „Studenten scheinen diese Verhaltensweisen zu ergreifen, um die Wirkung des Alkohols zu erhöhen oder alkoholbedingte Kalorien zu reduzieren, indem sie bulimische Essverhaltensweisen oder eine Mischung aus Diät, Sport und Kalorienrestriktion praktizieren.“

Von der Drunkorexie sind sowohl Männer als auch Frauen betroffen, allerdings in unterschiedlichem Maße, beschreibt Rinker weiter: „Es ist bekannt, dass Collegestudentinnen, die mehr Alkohol trinken, häufiger zu bulimischen Verhaltensweisen greifen als ihre männlichen Kommilitonen und mehr alkoholbedingte Probleme infolge ihres Verhaltens haben. Dagegen bestand kein Geschlechtsunterschied, wenn die Drunkorexie zur Erhöhung der Wirkung von Alkohols oder bulimisch zur Kompensation der Alkoholkalorien eingesetzt wurde.“ Da das Forschungsgebiet um die Drunkorexie allerdings noch relativ neu ist, besteht hier weiterer Forschungsbedarf.

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Wird die Drunkorexie zum Selbstläufer, drohen psychische und gesundheitliche Konsequenzen. Neben den Folgen des enthemmteren Verhaltens nennt Rinker Vitaminmangelerscheinungen, die durch den Austausch nährstoffreicher Lebensmittel gegen Alkohol entstehen können. Betroffenen Studenten empfiehlt die Wissenschaftlerin daher, nicht nur ihren riskanten Alkoholkonsum zu reduzieren, sondern auch, vor dem Alkoholkonsum genügend andere Getränke zu trinken und nicht mit leerem Magen zu starten. Wichtig seien außerdem ein gesundes Ess- und Bewegungsverhalten, insbesondere vor dem Alkoholkonsum, betont Rinker.

Quellen einblenden

  • Research Society on Alcoholism (2016): Drunkorexia 101: Increasing alcohol’s effects through diet and exercise behaviors. Pressemitteilung vom 20.06.2016.
  • Die Ergebnisse ihrer Forschung wurden von der Assistenzprofessorin Dr. Dipali V. Rinker auf der Jahrestagung der Alkohol-Forschungsgesellschaft in New Orleans vorgetragen.

 

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