
Vegetarier ernähren sich nicht nur verhältnismäßig gesund. Durch ihre Ernährung greifen sie auch weniger nachteilig in die Umwelt ein. Warum das so ist? Hier erfahren Sie vier Argumente, warum eine vegetarische Ernährung die Umwelt schont.
1. Geringerer Energie- und Rohstoffeinsatz
- 2,9mal weniger Wasser
- 2,5mal weniger primäre Energie
- 13mal weniger Düngemittel und
- 1,4mal weniger Pestizide
braucht es, um einen Vegetarier im Vergleich zu einem Nicht-Vegetarier mit Lebensmitteln zu versorgen. Dies stellten amerikanische Forscher um Marlow fest, die am Beispiel des Staates Kalifornien prüften, welche Auswirkungen Ernährungsvorlieben auf die Umwelt haben.
Sich zunehmend verknappende Ressourcen und steigende Energie- und Rohstoff-Preise sprechen für eine überlegte landwirtschaftliche Flächen-Nutzung. Düngemittel und Pestizide belasten, im Übermaß eingesetzt, die Umwelt und verringern die Artenvielfalt. Pestizide können zudem die Feldarbeiter gefährden, die diese aufbringen, indem die Schädlingsbekämpfungsmittel Störungen des endokrinen und des Immunsystems, neurologische Fehlfunktionen und Krebs begünstigen.
2. Größerer Energie-Ertrag pro Fläche
Lediglich Getreide und Hülsenfrüchte werden mit Energiegewinn angebaut: Um zwei bis drei Kalorien Nahrungsenergie zu erzeugen, braucht es eine Kalorie Primärenergie. Bei Obst und Gemüse liegt die Energie-Ausbeute nur bei etwa einer halben Kalorie. Die schlechteste Bilanz haben tierische Lebensmittel: Der Energie-Ertrag liegt hier gerade mal bei 1-5 Prozent.

Trotz der schlechten Wirtschaftlichkeit wird laut FAO auf 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Viehzucht betrieben. Das entspricht immerhin 30 Prozent der Erdoberfläche. Durch eine wachsende Bevölkerung werden Nachfrage und Ausmaß der Tierhaltung wahrscheinlich weiter steigen.
Eine zunehmende landwirtschaftliche Flächennutzung, gerade für die flächenbedürftige Tierhaltung, zerstört Ökosysteme durch Wald-Kahlschläge, führt zu Wüstenbildungen, Bodenverdichtungen sowie -abtragungen und endet nachfolgend mit der Sedimentation von Wasserwegen, Feucht- und Küstengebieten.
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3. Weniger belastende Abfälle
Durch eine intensivierte Tierhaltung entstehen Abfälle, die Wasser, Boden und Luft belasten. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Abfälle meist unbehandelt bleiben. Sie sind reich an Stickstoff, Phosphor- und Kalium-Verbindungen und enthalten Spuren von Metallen und Antibiotika, welche nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) eine ernste Belastung für die öffentliche Gesundheit darstellen können.
Die Viehzucht erleichtert zudem die Ausbreitung von Zoonosen (1). So wurde z. B. die Geflügelindustrie mit der Verbreitung des schwer krankmachenden Vogelgrippe-Virus in Verbindung gebracht.

4. Und nicht zuletzt – der Klimawandel
Die intensivierte Tierhaltung, insbesondere die Rinderhaltung, führt zu enormen Gaseinträgen. Neben Ammoniak, das eher örtlich begrenzt durch seinen Geruch belästigt, werden auch Kohlenstoffdioxid, Methan und Distickstoffmonoxid freigesetzt, welche den Treibhauseffekt verstärken.
Fazit
Es muss deshalb nicht gleich jeder zum Vegetarier werden. Falls Sie zum Umweltschutz beitragen möchten, könnten Sie dies bereits durch kleine Umstellungen tun. Zum Beispiel indem Sie vermehrt pflanzliche Lebensmittel in Ihrer Ernährung einsetzen und zwei- bis dreimal pro Woche vegetarisch essen.
(1) Zoonosen sind (Infektions-)Krankheiten die von Wirbeltieren auf den Menschen übertragen werden können (Pschyrembel, 2002)
Quelle:
Marlow HJ, Hayes WK, Soret S, Carter RL, Schwab ER, Sabate J: Diet and the environment: does what you eat matter? Am J Clin Nutr 2009;89(suppl):1699S–703S.
Zum Weiterlesen
- Ökotest.de (13.12.2011): Fleischkonsum. Fläche von der Größe Österreichs
- Klüssendorf J (tagesschau, 25.02.2012): Vegetarier-Messe VeggieWorld. Fleisch-Imitate mit leckerem Beigeschmack




