Bessere kognitive Leistungen durch Schokolade?

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Seit längerem ist bekannt, dass die in dunkler Schokolade und Kakao enthaltenen Flavonole das Herz-Kreislauf-System günstig beeinflussen. Nun mehren sich die Hinweise, dass der Verzehr von Schokolade auch die Leistung des Gehirns steigern und sogar dem Gedächtnisabbau im Alter entgegenwirken kann.

 © NIGP
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Wissenschaftler der italienischen Universitäten von L’Aquila und Rom haben in einer Übersichtsarbeit Studienergebnisse zu den Kurz- und Langzeiteffekten von Kakaoflavonolen auf die kognitive Leistung zusammengefasst. Im Zentrum des Interesses standen dabei folgende Fragen: Was passiert mit dem Gehirn unmittelbar nach der Aufnahme von Kakaoflavonolen bis zu einigen Stunden später? Und: Was geschieht, wenn eine mit Kakaoflavonolen angereicherte Ernährung über einen längeren Zeitraum beibehalten wird?

Zwischen 2010 und 2016 wurden lediglich sechs randomisiert-kontrollierte Humanstudien zu den kurzfristigen Effekten von Kakaoflavonolen auf die kognitive Leistung publiziert. Die meisten dieser Studien weisen allerdings auf eine günstige Wirkung der Schokoladenbestandteile hin. Beispielsweise verbesserten sich nach der Flavonolaufnahme das Arbeitsgedächtnis und die Verarbeitung visueller Informationen. Dies galt insbesondere für jüngere Menschen und wurde von den Wissenschaftlern auf eine Erhöhung des Blutvolumens im Gehirn zurückgeführt. Bei Frauen mit einem Schlafentzug von einer Nacht wirkten Kakaoflavonole zudem kognitiven Beeinträchtigungen wie einer geringeren Genauigkeit bei der Ausführung von Arbeiten entgegen. Diese Ergebnisse dürften besonders für Menschen mit chronischen Schlafstörungen oder Schichtarbeiter interessant sein.

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Studien zu den langfristigen Wirkungen von Flavonolen aus Kakao und Schokolade befassen sich mit einem Zeitraum von fünf Tagen bis hin zu 3 Monaten. Hier lag der Forschungsfokus eindeutig auf älteren Probanden. Die tägliche Aufnahme von Kakaoflavonolen verbesserte ihre kognitive Leistungsfähigkeit. Dies galt beispielsweise für die Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, das Arbeitsgedächtnis und den Sprachfluss der älteren Probanden. Am offensichtlichsten waren die Erfolge bei Menschen mit beginnendem Gedächtnisabbau oder leichten kognitiven Einschränkungen. Nach Angaben der Wissenschaftler war diese Beobachtung für sie besonders überraschend. „Dieses Ergebnis deutet auf das Potenzial von Kakaoflavanolen hin, die kognitive Leistungsfähigkeit anfälliger Personen über die Zeit zu schützen“, betonen die Studienautoren Valentina Socci und Dr. Michele Ferrara von der Universität von L’Aquila. „Wenn man sich den zugrundeliegenden Mechanismus anschaut, haben die Kakaoflavanole vorteilhafte Effekte auf die kardiovaskuläre Gesundheit und können das zerebrale Blutvolumen im Gyrus Dentatus des Hippocampus erhöhen. Diese Struktur wird besonders durch das Altern beeinträchtigt und gilt daher als potentielle Ursache des altersbedingten Gedächtnisrückgangs beim Menschen.“

Demnach wären Kakao und Schokolade wohlschmeckende Mittel zur Verbesserung unserer kognitiven Leistungsfähigkeit, insbesondere im Alter? Nicht ganz: „Schokolade könnte in der Tat vorteilhafte Auswirkungen auf die kognitive Funktionsweise über die Zeit haben“, so die Autoren. „Es gibt jedoch potenzielle Nebenwirkungen des Kakao- und Schokoladenverzehrs. Diese hängen mit dem Kaloriengehalt, anderen in Kakaopflanzen enthaltenen chemischen Verbindungen wie Koffein und Theobromin und einer Vielzahl von Zusatzstoffen, die wir zu Schokolade hinzufügen, wie Zucker oder Milch zusammen.“ Womit wir beim bekannten Paracelsus-Satz „Nur die Dosis macht das Gift“ wären … Dennoch waren die Ergebnisse für die Wissenschaftler so überzeugend, dass sie sie bereits in die Praxis umgesetzt haben. „Dunkle Schokolade enthält eine Fülle von Flavonolen, so dass wir immer etwas dunkle Schokolade essen, jeden Tag.“

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