Dickmacher spätes Essen?

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Kinder und Jugendliche, die spät am Abend essen, sind nicht zwangsläufig häufiger übergewichtig, wie eine britische Studie ergab. Zwischen dem Zeitpunkt des Abendessens und der Energieaufnahme sowie der Nahrungsqualität bestehen demnach allenfalls geringfügige Unterschiede.

 © QuidoX
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Für die Studie, deren Ergebnisse aktuell in der renommierten Fachzeitschrift „British Journal of Nutrition“ publiziert wurden, wurden Daten des britischen Ernährungssurveys (National Diet and Nutrition Survey) aus den Jahren 2008 bis 2012 herangezogen. Sie umfassten Informationen über 768 vier- bis zehnjährige Kinder und 852 Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren. Alle Teilnehmer beziehungsweise deren Eltern sollten einmal pro Jahr ein viertägiges Ernährungsprotokoll führen, in dem auch der Zeitpunkt der Mahlzeiten dokumentiert wurde. Außerdem wurden regelmäßig Größe und Gewicht der Kinder und Jugendlichen bestimmt, sodass daraus der Body Mass Index (Körpermassenindex, BMI) bestimmt werden konnte. Für die aktuelle Auswertung wurden die Teilnehmer abhängig vom Zeitpunkt ihres Abendessens in zwei Gruppen eingeteilt: Die „frühe“ Gruppe aß zwischen 14 Uhr und 20 Uhr, die „späte“ Gruppe erst zwischen 20 Uhr und 22 Uhr zu Abend.

Die Ergebnisse kommentierte die Seniorautorin, Dr. Gerda Pot, folgendermaßen: „Die Ergebnisse unserer Studie sind überraschend. Wir erwarteten, eine Verbindung zwischen spätem Essen und einer Neigung zu Übergewicht zu finden. Tatsächlich fanden wir aber keinen derartigen Zusammenhang.“ Dr. Pot gibt allerdings zu bedenken, dass die Anzahl der Kinder, die ihr Abendessen nach 20 Uhr verzehrten, in dieser Studie gering war. Hinzu kommen mögliche Falschangaben, die bei Ernährungsprotokollen nie ausgeschlossen werden können, und das Ergebnis verfälscht haben können. Auch wurden Faktoren wie das Auslassen des Frühstücks, die körperliche Aktivität sowie die Schlafdauer der Teilnehmer (noch) nicht als Störgrößen berücksichtigt.

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Die Wissenschaftler suchten zusätzlich nach Zusammenhängen zwischen einem späten Abendessen und der Gesamtenergieaufnahme sowie der Nährstoffrelation. Hier bestand ebenfalls kein signifikanter Unterschied in der Energieaufnahme zwischen der Gruppe, die früh oder spät zu Abend aß. Hinsichtlich der Nährstoffrelation wurden zwar vereinzelt Unterschiede festgestellt, die aber nicht von größerer Bedeutung für die gesamte Ernährungsqualität waren. Beispielsweise nahmen vier- bis zehnjährige Jungen, die spät zu Abend aßen, tagsüber etwas mehr Eiweiß zu sich, während die älteren Mädchen weniger Kohlenhydrate aufnahmen.

Noch ist die wissenschaftliche Evidenz in diesem Bereich gering. Sollten die Ergebnisse der aktuellen Studie durch weitere Studien untermauert werden, stellen sie aktuelle Bestrebungen, zusätzlich zur Zusammensetzung der Ernährung auch Empfehlungen zum Timing zu geben, infrage. Einstweilen erscheint es sinnvoller, zur Prävention von Übergewicht den Fokus auf die Quantität (Menge) und Qualität der Ernährung zu richten und für ausreichend Bewegungsanreize zu sorgen.

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