Gesunde und nachhaltige Ernährung? Kann ich mir nicht leisten!

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… Oder vielleicht doch? Das Öko-Institut prüfte, ob „gutes Essen“ wirklich teurer ist. Die Ergebnisse wurden kürzlich in einem Working Paper und dem Buch „Nachhaltig kochen!“ veröffentlicht.

In einem Projekt, das ausschließlich durch Spenden finanziert wurde, verglichen Wissenschaftler des Freiburger Öko-Instituts die direkten und indirekten Kosten verschiedener Ernährungsstile sowie die damit einhergehenden Treibhausgasemissionen. Zu den untersuchten Ernährungsstilen zählten:

  • eine durchschnittliche deutsche Ernährung (nach Angaben des Statistischen Bundesamts),
  • eine durchschnittliche deutsche Ernährung unter Verwendung biologisch erzeugter und fair gehandelter Lebensmittel,
  • eine Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) mit weniger Fleisch, jedoch mehr Milchprodukten, Obst und Gemüse als bei der durchschnittlichen deutschen Ernährungsweise sowie
  • eine Ernährung nach den Empfehlungen der DGE unter Verwendung biologisch erzeugter und fair gehandelter Lebensmittel.

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Für die Analyse der Treibhausgasemissionen (Klimabilanz) wurden zusätzlich zu den ersten beiden genannten Lebensstilen eine vegetarische sowie eine vegane Ernährungsweise mit berücksichtigt.

Die Wissenschaftler stellten zunächst fest, was ein Blick auf die Lebensmittelpreise im Supermarkt schon erahnen lässt: Bei Verwendung von Bio-Lebensmitteln wird der Einkauf teurer. Bei einer durchschnittlichen deutschen Ernährung stiegen die Kosten pro Jahr um 867 Euro (31 Prozent), bei einer Ernährung nach den Empfehlungen der DGE schlug die Verwendung biologisch und nachhaltig erzeugter Lebensmittel mit immerhin zusätzlichen 443 Euro (18 Prozent) pro Jahr zu Buche. Aber: Erfolgt synchron zur Änderung des Lebensmitteleinkaufs eine Umstellung von einer durchschnittlichen deutschen Kost auf eine Ernährung nach den Empfehlungen der DGE, werden die meisten Mehrkosten dadurch wieder aufgefangen. Eine solche Ernährung ist pro Monat lediglich knapp sieben Euro teurer als die deutsche Durchschnittsernährung ohne biologische und fair gehandelte Lebensmittel.

Sparschwein Lebensmittel
© tuchodi

Außerdem entstehen bei einer Ernährung nach den Empfehlungen der DGE 12 Prozent weniger Treibhausgase. Die Klimabilanz kann weiter verbessert werden durch eine vegetarische (Reduktion der Treibhausgasemission um 26 Prozent) oder gar vegane Ernährungsweise (Reduktion der Treibhausgasemission um 37 Prozent).

Unser Projekt, das dank unserer Spender zustande gekommen ist, zeigt klar, dass eine Ernährungsumstellung nach den Empfehlungen der DGE verbunden mit dem Kauf von Bio-Lebensmitteln sowohl für den Klimaschutz als auch für die eigene Gesundheit Vorteile hat“, resümiert Prof. Dr. Rainer Grießhammer, Mitglied der Geschäftsführung am Öko-Institut. Dies gilt erst recht, wenn auch die indirekten Kosten der verschiedenen Ernährungsweisen mit berücksichtigt werden, beispielsweise die Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft auf die Umwelt oder die zusätzlichen Gesundheitsausgaben durch eine ungesunde Ernährungsweise. „Berücksichtigt man diese Kosten, die wir uns exemplarisch angeschaut haben, so ist die durchschnittliche Ernährung viel teurer als eine mit Bio-Lebensmittel“, argumentiert Grießhammer weiter. „Ein Beispiel: Die spanische Regierung hat große Summen investiert, um Wasser für die Bewässerung von Tomaten über weitere Strecken zu transportieren, Flüsse zu stauen, Kanäle zu bauen oder Meerwasser zu entsalzen. Solche Kosten sind in den Tomaten indirekt enthalten; sie müssen von allen in unserer Gesellschaft bezahlt werden.“

Für eine nachhaltige Verbesserung der Auswirkungen unserer Ernährung auf die Umwelt ist demnach von entscheidender Bedeutung, nicht nur auf das Einkaufsverhalten, sondern auch auf die eigene Ernährungsweise zu achten. Die Tipps des Öko-Instituts einschließlich der Rezeptvorschläge namhafter Ernährungsexperten und Köche (darunter Dagmar von Cramm, Vincent Klink, Cornelia Poletto), die das Öko-Institut in seinem studienbegleitenden Kochbuch zusammengestellt hat, können die Veränderung von Ernährungsgewohnheiten schmackhaft machen.

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