Kaum Rückstände in Tafeltrauben

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Die Qualität von Tafeltrauben ist häufig besser als ihr Ruf. Dies bescheinigte vor kurzem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Demnach wurden in den letzten Jahren deutlich seltener Höchstmengenvorgaben für Pflanzenschutzmittel-Rückstände überschritten, und Schwermetalle sind sehr selten nachweisbar.

 © Roberto Verzo
© Roberto Verzo

Wer in Weinbauregionen wohnt, kennt bestimmt das Bild von Weinbauern, die in regelmäßigen Abständen ihre Reben spritzen (müssen). Trauben sind in vielerlei Hinsicht empfindliche Kulturen: Mehltaupilze, der Grauschimmelpilz, die Reblaus, die Traubenwickler, Spinnmilben und viele weitere Schadorganismen gefährden die Ernte. Deshalb erlaubt sowohl der konventionelle als auch der ökologische Anbau die mehrfache Behandlung von Trauben mit Pflanzenschutzmitteln. Während im konventionellen Anbau auch chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dürfen, nutzen ökologisch wirtschaftende Betriebe traditionelle Pflanzenschutzmittel, die bereits seit über 100 Jahren verwendet werden (zum Beispiel schwefel- und kupferhaltige Mittel). Allgemein gilt allerdings, dass auf einen genügend großen Abstand zwischen der letzten Behandlung der Trauben und der Traubenernte zu achten ist.

Im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung wurden Tafeltrauben wiederholt auf Rückstände geprüft – mit erfreulichem Ergebnis: In den Jahren 2013 und 2014 hat lediglich eine von 100 Proben (1,3 Prozent) die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgehalte für Pflanzenschutzmittel überschritten, während bei 11 von 100 Proben (11,4 Prozent) gar keine Rückstände nachweisbar waren. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 lagen 5,6 Prozent aller untersuchten Tafeltrauben im auffälligen Bereich. Biologisch erzeugte Trauben waren seltener mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet, eine Überschreitung der Höchstmenge wurde nicht gefunden. Knapp die Hälfte der Bio-Trauben (44 Prozent) war sogar rückstandsfrei.

Bei den Untersuchungen fiel außerdem auf, dass der Rückstandsgehalt mit dem Herkunftsland der Trauben variiert. Während südafrikanische Trauben bereits 2005 sehr selten die Höchstgehalte für Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten (0 bis 1 Prozent), ist der Anteil auffälliger Proben aus Spanien, Griechenland und Italien seit 2005 deutlich zurückgegangen. Dasselbe galt auch für Trauben aus der Türkei, allerdings waren diese 2013 mit Höchstmengenüberschreitungen bei 7,7 Prozent der Proben noch vergleichsweise häufig belastet (2005: 21 Prozent).

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Die Proben der Nationalen Berichterstattung zu Pflanzenschutzmitteln werden risikoorientiert gezogen werden. Dies bedeutet, dass Lebensmittel, die bereits früher auffällig geworden sind, öfter und in größerer Anzahl geprüft werden. Daher sind die genannten Ergebnisse lediglich als Anhaltspunkt zur Einschätzung der Belastung von Tafeltrauben zu sehen und nicht unbedingt repräsentativ für die Gesamtheit aller Tafeltrauben.

Neben der Analyse von Pflanzenschutzmittel-Rückständen prüft die amtliche Lebensmittelüberwachung Tafeltrauben auch auf ihren Schwermetallgehalt. Zwischen 2009 und 2014 wurden in einem Großteil der Proben (84 bis 93 Prozent) keine quantifizierbaren Mengen an Blei, Cadmium und Quecksilber festgestellt. Alle Proben unterschritten die EU-weit festgelegten Höchstgehalte deutlich.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass Trauben wie jedes andere frische Obst und Gemüse aus hygienischen Gründen vor dem Verzehr unter fließendem Wasser abgewaschen werden sollten. Auf diese Weise lassen sich eventuell vorhandene Rückstände von Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Außerdem wird empfohlen, Tafeltrauben auf Schimmelbefall zu prüfen und gegebenenfalls befallene Früchte auszusortieren.

Bundesministerium für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (2015): Lebensmittel im Blickpunkt: Tafeltrauben nur selten mit zu hohen Pflanzenschutzmittelrückständen. Pressemitteilung vom 15.09.2015

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