Kindliches Übergewicht im Ländervergleich: Früh übt sich…

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In Italien ist Übergewicht bei Kindern besonders weit verbreitet. Mit diesem Ergebnis der IDEFICS-Studie soll jedoch kein Land an den Pranger gestellt werden; im Fokus der Studie steht vielmehr die Erforschung von Faktoren, welche die Entstehung von kindlichem Übergewicht begünstigen.

 © dirkb86
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Für die Auswertung wurden zwischen 2006 und 2012 Daten von insgesamt 7.644 null- bis elfjährigen Kindern aus sieben europäischen Ländern (Deutschland, Belgien, Schweden, Spanien, Italien, Ungarn und Zypern) gesammelt. Während des Studienzeitraums wurden wiederholt die Größe und das Gewicht der Kinder bestimmt. Außerdem wurden frühkindliche Faktoren erfasst, die möglicherweise mit dem Gewicht der Kinder zusammenhängen. Hierzu zählen der Body Mass Index (BMI, Körpermassenindex) der Mutter, ihre Gewichtszunahme während der Schwangerschaft, die Stilldauer und der elterliche Bildungsstatus. Aus Größe und Gewicht wurde jeweils der BMI berechnet und mit Normwertkurven verglichen. Auf diese Weise ließ sich für jedes Alter und jedes Land der Anteil der übergewichtigen Kinder bestimmen.

Bereits bei der Basisuntersuchung 2007/2008 zeigten sich deutliche Unterschiede im Anteil übergewichtiger und adipöser (fettleibiger) Kinder zwischen den teilnehmenden europäischen Ländern. Spitzenreiter im positiven Sinne war Belgien, wo lediglich knapp jedes zehnte Kind übergewichtig oder adipös war (9,7 Prozent). Es folgten Schweden (12 Prozent), Deutschland (18 Prozent), Ungarn (19 Prozent), Spanien (26 Prozent) und Zypern (30 Prozent). Am anderen Ende der Skala stand Italien. Hier hatte sogar jedes zweite teilnehmende Kind (50 Prozent) Übergewicht bis hin zur Adipositas (Fettleibigkeit).

Weitergehende Auswertungen, bei denen das Alter der Kinder berücksichtigt wurde, zeigten bereits ab einem Alter von drei Jahren deutliche Länderunterschiede im BMI der Kinder. Beispielsweise war der BMI der elfjährigen Jungen in Italien mit 22,3 kg/m2 deutlich höher als in den anderen teilnehmenden Ländern (18,4 bis 20,3 kg/m2). Dasselbe galt auch für die elfjährigen italienischen Mädchen. Ihr mittlerer BMI betrug 22,0 kg/m2, in den anderen Ländern lag die Spanne zwischen 18,2 und 20,3 kg/m2.

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Die Wissenschaftler interessierten sich jedoch nicht nur für den Vergleich der Häufigkeit (Prävalenz) von Übergewicht und Adipositas, sondern insbesondere auch für den Einfluss frühkindlicher Faktoren auf die BMI-Entwicklung. Hier hatte der BMI der Mutter den stärksten Einfluss auf die BMI-Zunahme ihres Kindes. Dieser Zusammenhang bestand insbesondere in Italien, wo schon die Eltern einen vergleichsweise hohen BMI hatten. War eine Mutter in Italien mit einem BMI von 25 kg/m2 an der Grenze zum Übergewicht, so war der BMI ihres vierjährigen Kindes durchschnittlich 0,6 BMI-Einheiten höher als der eines Kindes, dessen Mutter mit ihrem BMI von 20 kg/m2 im Bereich des Normalgewichts lag. Dieser Unterschied wurde mit zunehmendem Alter größer. Bei zehnjährigen Kindern aus Italien war der BMI bereits im Mittel um 1,5 BMI-Einheiten erhöht. Außerdem wurde ein Zusammenhang zwischen der Gewichtszunahme der Mutter während der Schwangerschaft und dem Geburtsgewicht des Kindes beobachtet.

Diese Ergebnisse helfen uns, die Entwicklung des kindlichen Übergewichts besser zu verstehen„, erklärt die an der IDEFICS-Studie beteiligte Dr. Claudia Börnhorst vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS). „Darüber hinaus können unsere Ergebnisse zur Diskussion zwischen Gesundheitsexpertinnen und -experten sowie der Politik beitragen, wie dieses globale Problem effektiver angegangen werden kann.

Alles in allem konnten die untersuchten frühkindlichen Faktoren jedoch nur einen kleinen Teil der Unterschiede in der BMI-Entwicklung der Kinder erklären. Daher wird davon ausgegangen, dass neben genetischen Aspekten Unterschiede in der körperlichen Aktivität und im Ernährungsverhalten für die beobachteten deutlichen Unterschiede in der Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas verantwortlich sind.

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