Honig zählt zu den Lebensmitteln, die besonders häufig gefälscht werden. Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB) entwickelt derzeit mit dem Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI) ein neues Verfahren, um routinemäßig die Echtheit von Honig prüfen zu können.
Importhonig vom Fass ist bereits zu einem Preis von 1,30 Euro pro Kilogramm erhältlich. Da können deutsche Imker nicht mithalten. Hierzulande lag der Honigpreis 2019 zwischen 4,90 Euro und 5,30 Euro pro Kilogramm Fassware. Doch der günstige Importhonig entspricht häufig nicht den Vorgaben der EU-Honigverordnung. Er steht in der Kritik, von geringerer Qualität oder sogar gefälscht zu sein. Zu den gängigen Praktiken zählt das Strecken von Honig mit billigem Zuckersirup. Außerdem gibt es ‚Honigfabriken‘, in denen unreifer Honig konzentriert und verarbeitet wird. Dort werden zum Beispiel Pollen entfernt oder hinzugefügt, um ‚echten‘ reifen Honig zu imitieren. Mit dem natürlicherweise in Bienenwaben gereiften Produkt hat dieser Industriehonig nicht viel gemeinsam.
Die derzeitigen Analyseverfahren erlauben es oftmals nicht, unechten Honig zweifelsfrei zu entlarven. Daher haben sich der DBIB und der FEI zum Ziel gesetzt, ein routinetaugliches Analyseverfahren für Honig zu entwickeln. „Bei der Reifung werden dem Honig von den Bienen besondere, bienentypische Enzyme zugesetzt. In diesem neuen Forschungsprojekt werden Profile dieser natürlichen Enzyme erfasst“, erläutert DBIB-Präsidentin Annette Seehaus-Arnold. Dies geschieht per Massenspektrometrie, einem Verfahren, das aus der Rückstandsanalytik bekannt ist. Zunächst wird anhand von Blütenhonigen verschiedener Bienenrassen eine umfangreise Referenzliste mit Enzymen erstellt, die nur in naturbelassenem Bienenhonig vorkommen. Diese Liste soll zukünftig den Honig verarbeitenden Betrieben dazu dienen, unreinen Honig leichter zu identifizieren. Wann dieses Verfahren einsatzbereit sein wird, ist allerdings noch nicht bekannt.
Echter Honig enthält mehr Mineralstoffe als Haushaltszucker und außerdem entzündungshemmende Enzyme, bioaktive Stoffe und Antioxidantien. Wer qualitativ hochwertigen Honig essen möchte, sollte Schnäppchen im Supermarkt besser links liegen lassen – oder den Honig direkt beim Imker kaufen.
Quellen einblenden
- Forschungskreis der Ernährungsindustrie (FEI, 2021): Food Proteomics zum massenspektrometrischen Nachweis der Authentizität von Honig. Kurzbericht vom 21.03.2021
- Bundeszentrum für Ernährung (BZfE, 2021): Echtheit von Honig prüfen: Neues Verfahren weist bienentypische Enzyme nach. Onlineartikel vom 21.07.2021




