Rolle rückwärts bei McDonald’s: „Chicken“-Produkte nicht mehr genfrei

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Einmal mehr siegen ökonomische Interessen über Verbraucherwünsche. Die Fast Food-Kette McDonald’s hat sich entschieden, auf gentechnikfreies Futter zur Hähnchenmast zu verzichten – und stößt damit auf Unverständnis und scharfe Kritik.

Hühner beim Fressen
© hyper7pro

Zum Hintergrund: Im Jahr 2001 geriet McDonald’s in die Schlagzeilen, weil zur Erzeugung seiner Chicken Nuggets und Chicken Burger Geflügelfutter aus gentechnisch veränderten Pflanzen verwendet wurde. Die Umweltorganisation Greenpeace machte damals publik, dass beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen wie Gen-Soja große Pestizidmengen eingesetzt wurden. Hierdurch werde die Artenvielfalt zerstört. Einige Unkräuter entwickelten Resistenzen und müssten mit immer aggressiveren Spritzmitteln bekämpft werden, sodass Boden und Wasser der südamerikanischen Anwohner verschmutzt werden – ganz zu schweigen von dem direkten Kontakt mit den Giften, die laut Greenpeace häufig mit Flugzeugen großflächig ausgebracht wurden.

Das Unternehmen verpflichtete sich daraufhin freiwillig, in ganz Europa auf den Einsatz von Genfutter zur Hähnchenmast zu verzichten. Man habe erkannt, dass der Anbau von Gen-Soja verheerende Auswirkungen auf den südamerikanischen Regenwald habe, wurde damals öffentlich bekannt gegeben.

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Dreizehn Jahre sind eine lange Zeit… Nun bewogen wirtschaftliche Interessen die Fast-Food-Kette dazu, ihre Selbstverpflichtung zu lockern. Auf eine Anfrage von Greenpeace zu den Gründen für diesem Paradigmenwechsel antwortete das Unternehmen, dass seine nationalen und internationalen Hähnchenfleischlieferanten mitgeteilt hätten „dass sie mit Beginn des zweiten Quartals dieses Jahres keine ausreichenden Mengen an nicht gentechnisch veränderten Futtermitteln zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen garantieren können.“ Deshalb sei das Unternehmen dazu übergegangen, seine Beschränkungen aufzuheben. McDonald’s zeigte sich sicher, dass „diese Veränderungen die Qualität und die Sicherheit des Essens, das wir in unseren Restaurants servieren, nicht beeinträchtigen“, hieß es weiter. Das Unternehmen versprach außerdem, sich mit „wesentlichen Investitionen“ für weitere Verbesserungen der Haltungsumgebung für alle Masthähnchen einsetzten, in den kommenden Jahren vollständig auf Geflügelfutter umzusteigen, das aus nachhaltig zertifizierten Sojabohnen hergestellt wurde und Projekte zur Erforschung alternativer Eiweißquellen zu unterstützen.

Chicken Nuggets
© thetalesend

Lassen sich die Umweltschützer davon überzeugen? Eher nicht. Stephanie Töwe-Rimkelt, Landschaftsexpertin bei Greenpeace, ist empört: „Das ist blanker Hohn, das ist sogenanntes Greenwashing. All das kann McDonald’s nicht erfüllen, wenn es wieder Gen-Soja im Tierfutter einsetzt.“ Die Umweltschützer sind sich sicher: „Die verantwortungslose Produktion von billigem Fast Food-Fleisch kommt unsere Umwelt und zukünftige Generationen teuer zu stehen.

Die Angaben zur Knappheit von gentechnikfreiem Soja geben Anlass für Zweifel, insbesondere da der Verband der Produzenten von gentechnikfreiem Soja in Brasilien für 2014 einen Ernteanstieg um 50 Prozent prognostiziert.

Übrigens hat Greenpeace nachgerechnet, wie teuer es für McDonald’s wäre, weiterhin auf Gen-Soja im Hühnerfutter zu verzichten. Das Ergebnis lässt aufhorchen: Demnach würde sich jeder gentechnikfreie Chickenburger nur um 0,1-0,5 Cent verteuern. Ist das tatsächlich wirtschaftlich nicht vertretbar? Letztendlich werden dies wohl die Verbraucher selbst entscheiden müssen. In Frankreich und Österreich wird jedenfalls auf gentechnisch verändertes Soja in den Hühnerfleischprodukten verzichtet. Und das ohne eine Verteuerung der Produkte. Es geht also auch anders…

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