SmartFamily: Fitness-App soll Bewegung in den Familienalltag bringen

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In der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten SmartFamily-Studie untersuchen Karlsruher Wissenschaftler aktuell, mit welchen Strategien Familien gemeinsam ihr Ernährungs- und Bewegungsverhalten verbessern können.

 © HealthGauge
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Auf der einen Seite Fußballweltmeister, Handballeuropameister und ein boomender Fitnessmarkt, auf der anderen Seite zahlreiche Sportmuffel, die sich kaum bewegen – trotz drohender gesundheitlicher Folgen. Auch in Bezug auf Sport/Bewegung hat Deutschland mindestens zwei Gesichter. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) untersuchen aktuell in einer groß angelegten Studie, inwieweit eine Fitness-App ein gesundes Ernährungs- und Bewegungsverhalten im Familienalltag fördern kann und welcher Einfluss dem familiären Umfeld zukommt. Interessant ist in diesem Zusammenhang beispielsweise, ob nur die Eltern das Gesundheitsverhalten ihrer Kinder beeinflussen, oder auch umgekehrt, die Kinder ihre Eltern oder sich wechselseitig anspornen.

Für die Studie erhalten die teilnehmenden Testfamilien mit Kindern im Alter von 10 bis 16 Jahren ein Smartphone, auf dem eine spezielle Fitness-App und ein Bewegungsmesser installiert wurden. In der App können die Familienmitglieder selbst Fitnessziele festlegen, die sie binnen einer Woche gemeinsam erreichen wollen, etwa die Zahl der zurückgelegten Schritte und die Zeit, die sie mit moderater körperlicher Aktivität beziehungsweise anstrengendem Sport verbringen möchten. Familienmitglieder können in der App jederzeit nachverfolgen, wie sehr sie sich bereits gemeinsam ihrem Wochenziel genähert haben, wobei allerdings nur die Leistung der Familie insgesamt angezeigt wird. Der Beitrag jedes einzelnen Mitglieds ist für die anderen Familienmitstreiter nicht sichtbar. „Die Familie soll sich als Ganzes angesprochen fühlen“, erläutert Sportwissenschaftler Jens-Peter Gnam vom Institut für Sport- und Sportwissenschaft (IfSS). „Uns interessiert, welche Dynamik sich innerhalb der Gruppe entwickelt, ob einer zum Beispiel durch seine Leistung die anderen mitzieht.“ Hat die Familie einen wichtigen Meilenstein in Richtung ihres Fitnessziels erreicht, erscheinen Gratulations-Mitteilungen auf dem Handydisplay.

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Zentral für die Studie ist die Motivation der teilnehmenden Familien. Hier unterscheiden die Wissenschaftler zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation. Während Familien bei extrinsischer Motivation aus äußerem Antrieb aktiv sind, um ein festgelegtes Ziel zu erreichen, bezeichnet intrinsische Motivation die Lust, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun. Laut Gram sei die intrinsische Motivation bei Personen innerhalb eines sozialen Netzes wie einer Familie besonders groß. Daher eigne sich die Fitness-App prinzipiell auch für den Freundes- oder Kollegenkreis.

„Letztlich geht es darum, zu erreichen, dass die Menschen sich langfristig mehr bewegen und gesünder ernähren. […] Dass die Teilnehmer rund um die Uhr ein unmittelbares Feedback erhalten, wie viel der Wochenleistung sie bislang erreicht haben, ist ein Riesenvorteil der Smartphone-App“, hebt Gram hervor.

Noch bis Anfang 2018 läuft die Erhebungsphase der Studie, bei der das Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Familien mit und ohne Smartphone-App miteinander verglichen wird. Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen ist, wurde noch nicht bekannt gegeben.

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