Verbraucherorganisation foodwatch kritisiert Arsengehalt in Baby-Lebensmitteln

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Zwar lässt sich das krebserregende Arsen in Reis und daraus hergestellten Produkten nicht vollständig vermeiden. Dass der Arsengehalt in einer aktuellen deutschen Stichprobe bei Reisflocken und Reiswaffeln verschiedener Anbieter stark schwankte, veranlasste foodwatch jedoch zu der Kritik, die Hersteller würden sich nicht ausreichend um eine Minimierung des Arsengehaltes bemühen.

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Prof. Andrew Meharg vom Institut für Globale Lebensmittelsicherheit an der Queen’s Universität Belfast hat im Auftrag der Verbraucherorganisation insgesamt 18 deutsche Proben von Reisflocken und Reiswaffeln getestet. In allen Produkten war das als krebserregend geltende anorganische Arsen enthalten, allerdings variierte die Arsenkonzentration im Bereich zwischen 0,028 und 0,111 Milligramm pro Kilogramm der untersuchten Lebensmittel. Einige der analysierten Produkte überschritten damit den seit Januar 2016 in der EU geltenden Höchstwert für Arsen in Reis für Säuglings- und Kleinkinderprodukte in Höhe von 0,1 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel. Aber auch Werte unterhalb dieser Maximalgrenze können Gesundheitsprobleme verursachen. Vorgaben für sichere Aufnahmemengen fehlen bislang.

An den aktuellen Analyseergebnissen fällt insbesondere auf, dass die Produkte mancher Hersteller deutlich stärker belastet waren als dieselben Produkte anderer Hersteller. „Babys und Kleinkinder müssen vor krebserregenden Stoffen wie anorganischem Arsen bestmöglich geschützt werden“, kommentiert foodwatch-Mitarbeiter Johannes Heeg. „Die Hersteller von Babynahrung sind in der Verantwortung, die Belastung mit Arsen auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren. Es ist inakzeptabel, dass einige Produkte drei- bis viermal so viel Arsen enthalten wie andere.“

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Außerdem offenbarte ein Vergleich mit aktuellen Analyseergebnissen aus Großbritannien, dass der durchschnittliche Arsengehalt in den deutschen Reisprodukten für Babys deutlich über den in Großbritannien gemessenen Werten lag. „Baby-Lebensmittel aus Reis stellen in Deutschland eine unnötige Gesundheitsgefahr dar“, kommentiert Prof. Andrew Meharg dieses Ergebnis. „Niedrige Werte sind machbar: Auf dem britischen Markt weisen Baby-Reisprodukte nur sehr geringe Belastungen mit Arsen auf. Es gibt keinen Grund, warum deutsche Hersteller nicht in der Lage sein sollten, ebenso niedrige Werte zu erreichen.“

Um die Belastung mit Arsen aus Lebensmitteln möglichst gering zu halten, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Eltern, Produkte aus Reis (zum Beispiel Reiswaffeln oder Reisbrei) nur in Maßen zu füttern und diese nur abwechselnd mit reisfreien Produkten einzusetzen. Foodwatch setzt sich nicht nur für eine Minimierung des Arsengehalts in Reisprodukten für Kindern ein, sondern fordert darüber hinaus, die BfR-Verzehrsempfehlung auf den Verpackungen entsprechender Produkte aufzuführen.

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