Im Gegensatz zu normalgewichtigen Jugendlichen gelingt es Teenagern mit Übergewicht häufig nicht, ihr Körpergewicht realistisch einzuschätzen. Eine verfälschte Eigenwahrnehmung kann langfristig zum Problem werden, da sie das Fortbestehen von Übergewicht im Erwachsenenalter begünstigt.

Im Rahmen einer englischen Gesundheitsstudie wurden im Zeitraum von 2005 bis 2012 knapp 5000 Jugendliche im Alter von 13 bis 15 Jahren (Anteil Jungen: 53,6 Prozent) gebeten, ihr Körpergewicht einer der folgenden Kategorien zuzuordnen: „genau richtig“, „zu schwer“ oder „zu leicht“. Außerdem wurden vor Ort für jeden Probanden Größe und Gewicht bestimmt und daraus der Körpermasseindex BMI berechnet. Um das Körpergewicht aller Probanden objektiv zu beurteilen, wurde der standardisierte BMI in Relation zu den Referenzdaten aus dem Vereinigten Königreich gesetzt und dieser Wert abschließend mit der Selbsteinschätzung der Jugendlichen verglichen.
Erfreulicherweise lag die große Mehrheit der normalgewichtigen Jugendlichen (83 Prozent) mit der Einschätzung ihres Körpergewichtes richtig. Jede/r zehnte Jugendliche schätzte sich selbst als zu leicht ein, weitere 7 Prozent gingen fälschlicherweise davon aus, dass sie zu schwer seien. Während Mädchen häufiger meinten zu schwer zu sein, waren Jungen eher der Meinung, sie seien zu leicht – möglicherweise eine Resultat gesellschaftlicher Prägung.
google()
Während also die Heranwachsenden mit Normalgewicht ihr Gewicht verhältnismäßig gut einschätzen konnten, gestaltete sich die Situation bei Kindern mit oder Adipositas (Fettleibigkeit) auffallend anders. Nur gut die Hälfte der Jungen mit Übergewicht (53 Prozent) und knapp zwei von fünf Mädchen (39 Prozent) stuften sich selbst richtigerweise als zu schwer ein. 39 Prozent der Jugendlichen dachten, sie seien normalgewichtig und weitere 0,4 Prozent der de facto übergewichtigen Jugendlichen gaben sogar an, zu leicht zu sein.
Um zu vermeiden, dass aus übergewichtigen Kindern und Jugendlichen übergewichtige Erwachsene mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall oder Krebserkrankungen werden, ist es wichtig, die eigenen Proportionen richtig einschätzen zu können. Denn mit einem Ziel vor Augen fallen die Einübung eines gesünderen Lebensstils und Erzielung einer Gewichtsabnahme leichter. Auch die Eltern und das schulische Umfeld können die Ernährungsgewohnheiten und das Gewicht von Jugendlichen positiv beeinflussen, so die Forscher.
Quellen einblenden
- S. E. Jackson, F. Johnson, H. Croker, J. Wardle (2015). Weight perceptions in a population sample of English adolescents: cause for celebration or concern? International Journal of Obesity, Online-Vorabveröffentlichung




