Winterzeit = Erkältungszeit: Was hilft wirklich? Teil 2

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Teil 2: Komplementärmedizinische Behandlungsansätze

Im ersten Teil des Artikels wurde der Nutzen von Medikamenten diskutiert, die zur Linderung von Erkältungssymptomen eingesetzt werden. Im Folgenden berichten wir über die Effekte von komplementärmedizinisch-alternativen Ansätzen.

Joghurt mit Honig
© Jeena Paradies

In ihrer Übersichtsarbeit zur Wirkung konventioneller und alternativmedizinischer Therapien bei akuten Atemwegserkrankungen führen Miriam Croessmann vom Sana Klinikum Offenbach und Prof. Dr. Markus Rose von der Universität Frankfurt/Main folgende Heilmittel aus dem Bereich Ernährung auf:

  • Ein Löffel Honig vor dem Zubettgehen kann bei mindestens einjährigen Kindern den Husten lindern und den Nachtschlaf verbessern.
  • Bei Erwachsenen, jedoch nicht bei Kindern, scheinen Zinkpräparate die Dauer und die Schwere von Erkältungen positiv zu beeinflussen. Dies hat allerdings seinen Preis, den zu den Nebenwirkungen von oral aufgenommenem Zink zählen Geschmacksmissempfindungen und Übelkeit. Weshalb Zinkpräparate nicht bei Kindern wirken, ist bislang unklar.
  • Probiotische Lebensmittel, beispielsweise Joghurts, können möglicherweise ebenfalls die Dauer banaler Atemwegsinfekte verkürzen. Dies gilt besonders für Nahrungsmittel, die mit Lactobazillen und Bifidobakterien angereichert sind.
  • Knoblauchtabletten haben laut einer Untersuchung der renommierten Cochrane-Organisation zwar keinen Einfluss auf die Dauer von Erkältungen, können aber eventuell vorbeugend wirken.
  • Hinsichtlich der Einnahme von Vitamin C sind bislang keine eindeutigen therapeutischen Effekte bei Erkältungen belegt.

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Hinzu kommen weitere alternativmedizinische Ansätze:

  • Echinacea (Sonnenhut) hat nach derzeitigem Stand der Wissenschaft allenfalls eine leichte prophylaktische Wirkung, die Daten zum therapeutischen Einsatz bei akuten Atemwegsinfektionen wurden als nicht überzeugend bewertet.
  • Umckaloabo, ein Extrakt aus den Wurzeln der südafrikanischen Pflanze Pelargonium reniforme/sidoides, wird als „pflanzliches Antibiotikum“ insbesondere bei akuten und chronischen Atemwegsinfektionen angeboten. Umckaloabo soll das Immunsystem stimulieren, hustenstillend und schleimlösend wirken. In Studien wurde die Wirksamkeit bei Erwachsenen mit Erkältung oder akuter Rhinosinusitis (gleichzeitige Entzündung der Schleimhäute der Nase und der Nasennebenhöhlen) und auch bei Kindern und Erwachsenen mit akuter Bronchitis nachgewiesen. Allerdings bewerten die Autoren der aktuellen Übersichtsarbeit die Qualität der wissenschaftlichen Evidenz für Umckaloabo als niedrig.
  • Homöopathie: Hier schreiben die Autoren, dass der Nutzen der Homöopathie bei Erkältungen in methodisch anspruchsvollen Studien nicht klar belegt werden konnte. Zwar erholten sich Homöopathiepatienten in einer großen Untersuchung nach einer Erkältung schneller als konventionell behandelte Patienten, es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass der gesündere Lebensstil der Erstgenannten für diesen Effekt verantwortlich ist. Eine weitere Vergleichsstudie attestierte einen ähnlichen Erkrankungsverlauf bei beiden Behandlungsansätzen.
  • Fragwürdig ist auch der Nutzen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Zwar wurden der TCM in einer früheren Übersichtsarbeit günstige Effekte bescheinigt, allerdings beruht dieses Ergebnis auf einer einzigen positiven Studie.
  • Bei Kindern linderten Meerwasser-Spülungen nasale Symptome und hatten den positiven Nebeneffekt, dass weniger schleimhautabschwellende Mittel (Dekongestiva) benötigt wurden.

Fazit

Die Autoren halten fest, dass eine günstige Wirkung von Selbstmedikationspräparaten gegen Husten und Erkältungen für Kinder nicht belegt ist. Aufgrund der zum Teil erheblichen Nebenwirkungen sollte insbesondere bei jüngeren Kindern nicht eigenmächtig mit Medikamenten experimentiert werden. In Bezug auf ganzheitliche Ansätze scheinen Probiotika, Zink bei Erwachsenen und Honig zur Nacht bei Kindern jenseits des Säuglingsalters Symptome zu lindern und den Verlauf einer Erkältung günstig zu beeinflussen. Hausmittel wie Knoblauch und Gurgeln verdienten, so die Autoren, gut geplante, vorausschauende (prospektive) Studien zur Untersuchung der wissenschaftlichen Evidenz.

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